weitere Nachnamen: geb. Mehl weitere Vornamen: geb. Susi
Geburtsdatum: 10. Juli 1922 Geburtsort: Krakau, Polen
Todesdatum: 22. August 2012 Todesort: Wien, Österreich
Sophie Haber wurde am 10. Juli 1922 als Susi Mehl in Krakau geboren. Die siebenköpfige jüdische Familie siedelte 1930 nach Wien, wo die Eltern eine Metzgerei betrieben und Susi Mehl heimlich der zionistischen Jugendorganisation Hashomer Hatzair beitrat. Nach der Schule absolvierte sie eine Lehre zur Schneiderin. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde die Familie enteignet, die drei Brüder emigrierten in die Schweiz. Von dort aus organisierten sie die – mittlerweile illegale – Reise ihrer kleinen Schwester in die Schweiz; im Oktober 1938 folgte Susi Mehl ihren Brüdern und gelangte mithilfe von Schleppern, dem Altacher Fluchthelfer Edmund Fleisch und dem Schweizer Beamten Paul Grüninger in die Schweiz. Dort begann sie, sich Sophie zu nennen, und lernte den – ebenfalls aus Wien emigrierten – Karl (Chaim) Haber kennen. Das Paar heiratete im August 1941 und bekam einen Sohn. Nach Kriegsende kehrte die Familie nach Wien zurück; Sophie Habers Eltern waren in Auschwitz umgebracht worden. Sophie Haber engagierte sich nach ihrer Rückkehr in der Kommunistischen Partei und später auch für die Rehabilitierung Paul Grüningers. Sie arbeitete als Pädagogin und war als Zeitzeugin an Schulen tätig, wo sie von ihrer Geschichte erzählte und sich für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in Österreich einsetzte. Sophie Haber verstarb am 22. August 2012 in Wien.