Projektinformation P14-1679


Shoa im schulischen Alltag - Historisches Lernen mit Video-Interviews von Überlebenden in einer Tablet basierten Lernumgebung


Shoa in every day school teaching - historical learning with video-taped testimonies of survivors in a tablet based learning setting


In großer Zahl wurden in den vergangenen Jahren videographierte ZeitzeugInnen-Interviews zur Shoah für den Schulunterricht aufbereitet, so auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Allerdings liegen bislang keine abgesicherten Kenntnisse darüber vor, welches historische Lernen anhand dieser Interviews stattfindet. Das Forschungsvorhaben zielt darauf ab das durch diese Video-Interviews angeregte, im regulären Geschichtsunterricht in Schulen in Österreich, Deutschland und der Schweiz statt findende historische Lernen zu erforschen - auch im Hinblick auf ein besseres Verständnis dafür, wie solche Lernangebote gestaltet sein müssen, damit Lernende den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen. Weil der Einbezug videographierter Zeitzeugeninterviews im (Geschichts-)Unterricht kaum erforscht ist, kann nicht auf ein bewährtes Forschungsdesign zurückgegriffen werden. Dies macht die Durchführung einer Pilotstudie unumgänglich, um genauer bestimmen zu können, welche Untersuchungsstrategien und welche Erhebungs- und Auswertungsmethoden Erfolg versprechend sind. Die Pilotstudie soll als explorative Interventionsforschung ausreichend Einblick in das historische Lernen anhand von videographierten ZeitzeugInnen-Interviews gewähren. Die Forschungsanlage sieht die Durchführung einer Unterrichtssequenz in Schulen in Deutschland, der Schweiz und Österreich vor. Die Unterrichtseinheit basiert auf drei Video-Interviews. Sie wird auf Tablet-Computern in einer eigens entworfenen Applikation angeboten. Diese Applikation enthält auch Forschungssoftware, die einen Einblick in das Nutzungsverhalten der Schülerinnen und Schüler aufzeichnet. Zusätzlich enthält sie Fragebögen. Die Einstellungen, Erwartungen, Voraussetzungen und Lernergebnisse bzw. historischen Sinnbildungen der Schülerinnen und Schüler werden dreimal erhoben (14 Tage davor, unmittelbar danach, 14 Tage später). Die Interaktion der Schülerinnen und Schüler mit den Video-Interviews wird durch die Tracking Software aufgezeichnet, diejenige untereinander und mit der Lehrperson wird videographiert. Die so erhobenen Daten sollten eine differenzierte Formulierung der Forschungsfrage sowie Hypothesenbildung für eine anschließende quantitative Studie ermöglichen. Auch dient die Pilotstudie dazu, das Forschungsdesign und die Forschungsmethoden auf ihre Validität zu überprüfen bzw. weiter zu entwickeln




Projektverantwortliche
Dreier Werner Dr. - erinnern.at Nationalsozialismus u. Holocaust:Gedächtnis u. Gegenwart www.erinnern.at
Projektzeitraum
2014-07-01 bis 2015-12-31
Kategorie
Forschung
Region
Österreich, Deutschland, Schweiz
Status
Projekt beendet