Festschrift Autor: Michael Wladika Verlag: BMI Projektcode: P21-4278
Information zum Projekt
100 Jahre Interpol 1923-2023. Interpol zur Zeit des Austrofaschismus und in der NS-Zeit (1934-1945)
Die Zeit von 1934 bis zum "Anschluss" soll die Radikalisierung und mitunter heimliche Anhängerschaft führender Funktionäre von INTERPOL in Österreich aufzeigen. Nach dem "Anschluss" am 13. März 1938 geriet auch die Wiener Zentrale in das Herrschaftsgebiet der Nationalsozialisten. Am 15. April 1938 wurde der von den Nationalsozialisten zum Wiener Polizeipräsidenten ernannte, bereits schwer kranke Otto Steinhäusl neuer Präsident der Internationalen Kriminalpolizeilichen Organisation. Im Juni 1940 gelang es dem Chef der Deutschen Sicherheitspolizei und nunmehrigen Präsidenten des IKPK, Reinhard Heydirch, die Zentrale von Wien nach Berlin zu verlegen, wobei ihm etwa auch die "Internationale Zigeunerregistratur" in die Hände fiel. Die IKPK wurde als Abteilung V dem Reichsicherheitshauptamt (RSHA) unterstellt und war damit Teil des NS-Terrorsystems. Nach Heydrichs Tod durch ein Attentat des tschechischen Widerstandes im September 1942 in Prag wurde Arthur Nebe geschäftsführender Präsident von INTERPOL. Im Jänner 1943 übernahm der gebürtige Österreicher Ernst Kaltenbrunner die Leitung des RSHA und damit das INTERPOL-Präsidentenamt, das er bis Mai 1945 innehatte.
Ziel der Studie soll neben einem analytisch-biographischen Ansatz der handelnden Personen und ihrer Funktion im NS-System sowie in der Organisation INTERPOL sein, die Interaktionen mit den Mitgliedstaaten aufzuzeigen bzw. den Missbrauch von Polizeigewalt und die Anwendung von bereits vorhandenem methodischen Know how im Unrechtsregime darzustellen.