Dieser Satz hat mich immer begleitet. Ich bin in der südburgenländischen Gemeinde Unterschützen aufgewachsen. Wir Roma wohnten am Rande des Dorfes, abgeschieden vom gesellschaftlichen Leben. Wir, die Überlebenden des Holocaust, wurden ausgegrenzt und durften am Leben der Dorfgemeinschaft nicht teilnehmen. Das war kein Einzelfall, denn so war es in vielen Gemeinden und Dörfern des Burgenlandes in denen Roma zu Hause waren. Am Rand und nicht in der Mitte. Wir hätten uns sicher entwickeln können, hätten wir Zugang und Aufnahme in der Dorfgemeinschaft gehabt. 1991 gründeten wir den Kulturverein österreichischer Roma. Bereits 1988 schrieb ich einen Artikel für das Buch „Identität und Lebenswelt“. Mein Beitrag betitelte sich „Neue Wege in die Zukunft“. Unter anderem schrieb ich: „Bald geht das 20. Jahrhundert zu Ende und eine neues Jahrtausend beginnt und in diesem Jahrtausend sollten wir einen festen Platz in der Gesellschaft haben und nicht mehr verfolgt und vernichtet werden wie in den letzten Jahrhunderten.“ Dieser Textausschnitt steht am Beginn des Buches, das anlässlich „20 Jahre Kulturverein österreichischer Roma“ im Jahr 2011 erschien.
Das Vorwort zu diesem Buch schrieb Bundespräsident Dr. Heinz Fischer. Hier möchte ich auf eine Passage hinweisen: „In diesem Sinn freue ich mich über das Vertrauen, das man mir seitens des Kulturvereins österreichischer Roma in der Vergangenheit entgegen gebracht hat und ich freue mich über meine Freundschaft mit Rudi Sarközi, die wir schon seit vielen Jahren pflegen. Ich bin stolz darauf und ich weiß, er ist es auch.“
Dieses Buch beschreibt, was in den 20 Jahren seit der Vereinsgründung geschehen ist:
Ein historischer Überblick zeigt unter anderem einen Schutzbrief des Grafen Christof Batthyány aus dem Jahr 1674, der einer Gruppe von Roma unter der Führung des Woiwoden Martin Sárközi es erlaubte auf den gräflichen Besitzungen sich frei zu bewegen und ihren Beruf frei auszuüben. In der Chronologie am Ende des Buches sind die wesentlichen Daten und Ereignisse der Jahre 1991-2011 aufgelistet. Das Buch ist in Deutsch und Englisch verfasst und nur beim Kulturverein österreichischer Roma erhältlich. Dass dieses Buch in diesem Umfang erstellt werden konnte, verdanken wir dem Zukunftsfonds der Republik Österreich, der neben dem Land Burgenland und vielen anderen Unterstützern mit einem namhaften Geldbetrag die Produktion des Buches förderte.