Mit dem Wissen um die Vergangenheit in die Zukunft blicken, sie positiv gestalten und eine gemeinsame Vision für die Region entwickeln – das war das Motto eines intensiven Austausches im Rahmen des Projekts der „Bewusstseinsregion“. In Ideenwerkstätten nach dem Prinzip der „BürgerInnen-Räte“ haben Menschen aus den Gemeinden Mauthausen, Langenstein und St. Georgen, ausgewählt nach dem Zufallsprinzip, viel Kreativität in die Zukunft ihrer Region investiert. In parallel laufenden Fokusgruppen brachten interessierte, fachkundige Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Regionalentwicklung und Gedenkkultur ihre Überlegungen dazu ein.
Anstoß für das Projekt der Bewusstseinsregion waren geplante Unterschutzstellungen im Gemeindegebiet Langenstein, die in der Bevölkerung große Emotionen und Diskussionen auslösten. Der vom Bundesdenkmalamt einberufene „Runde Tisch“ (mit den Bürgermeistern der drei Gemeinden Mauthausen, Langenstein und St. Georgen; mit VertreterInnen des Bundes und des Landes Oberösterreich; von Opferverbänden und Gedenkinitiativen; von WissenschafterInnen und fördergebenden Institutionen) befürwortete daraufhin die Einreichung eines Projektvorhabens, das– über die Problematik des Denkmalschutzes hinaus gehend – ein gegenwartsbezogenes Lernen aus der Geschichte der Region unterstützen soll.
Im Wesentlichen ging es dabei um die Beteiligung von Personen unterschiedlicher Profession einerseits und um jene der Bevölkerung vor Ort andererseits. Ziel war es, unter Einbeziehung des belastenden Erbes der Vergangenheit gemeinsam Ideen für eine lebenswerte Zukunft in der Region zu entwickeln. Dazu bedarf es einer bewussten, insbesondere regionsinternen Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Erbe und einer möglichst breiten Beteiligung der Einheimischen an diesem Prozess.
Es entstand eine große Zahl an konstruktiven Ideen für die Beteiligung der Bevölkerung am Gedenken, das bisher nahezu isoliert von ihr stattgefunden hat. Darüber hinaus wurde eine Reihe von umsetzenswerten Konzeptansätzen für die Stärkung der Region entwickelt.
Weitere Informationen zum Projekt auf: http://www.bewusstseinsregion.at