Frauen haben im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur in Österreich eine maßgebliche Rolle gespielt. Diese Tatsache wurde sowohl in der historischen Forschung als auch in der öffentlichen Wahrnehmung lange Zeit ignoriert. Seit den ersten umfangreicheren Dokumentationen zum Widerstand der Frauen ab den 1960er Jahren sind immer mehr Forschungslücken zum weiblichen Widerstand geschlossen worden. All diese Forschungen haben neben den „Ikonen“ des politisch organisierten Widerstands auch jene Frauen ins Blickfeld gerückt, die mit „unspektakulären“ Tätigkeiten wie Kurierdiensten, Schmuggeln von illegalem Material, Kassieren von Unterstützungsgeldern, Gewährung von Unterschlupf usw. jene Infrastruktur herstellten, ohne die ein politisch organisierter Widerstand gar nicht möglich gewesen wäre. Es zeigte sich aber auch die politische Dimension humanitär motivierten Verhaltens wie Solidarität und Hilfe für rassistisch Verfolgte, Kriegsgefangene und Wehrmachtsdeserteure, oder des Festhaltens an religiösen Überzeugungen.
Ziel des Projekts „Österreichische Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Eine biografische Datenbank“ war die biografische Erfassung österreichischer Frauen aus allen politischen und weltanschaulichen Lagern, die organisierten oder individuellen Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur geleistet haben. Die biografischen Daten wurden als eigenständiges und separat abrufbares Modul in der Datenbank „biografiA – biografische datenbank und lexikon österreichischer Frauen“ am Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK) erfasst. Inhaltlicher Orientierungsrahmen für eine Aufnahme in die Datenbank war die vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands vertretene Kategorisierung der verschiedenen Widerstandsbereiche, die sich vom organisierten politischen Widerstand über soziale Widerstands- und Sabotagehandlungen bis hin zu individuellem, moralisch oder religiös motiviertem, in vielen Fällen auch weniger bewusstem Protestverhalten erstrecken. Die Opposition gegen die nationalsozialistische Diktatur umfasste u.a. den Widerstand
Im Rahmen einer Projekt begleitenden Vortragsreihe stellten Forscherinnen und Forscher ihre Ergebnisse zu unterschiedlichen Facetten des Frauenwiderstands vor. Die meisten dieser Referate, ergänzt durch weitere Beiträge, werden demnächst in einem Sammelband publiziert. Das Projekt versteht sich - über die wissenschaftliche Dokumentation hinaus - als Erinnerungsarbeit, durch die neben den bekannten Persönlichkeiten aus dem Widerstand gerade auch die Frauen aus der „zweiten Reihe“, die bisher oft unbekannt Gebliebenen, gewürdigt und im öffentlichen Bewusstsein verankert werden sollen.
Kontakt: info@biografia.at