Nachname, Vorname: Dafnai, Edith
weitere Nachnamen: geb. Tauber
Geburtsdatum: 1923
Geburtsort: Wien, Österreich
Edith Dafnai wurde 1923 als Edith Tauber in Wien geboren. Sie wuchs in einer säkularen Familie auf, in der jedoch die jüdischen Feiertage begangen wurden. Die Eltern besaßen ein Geschäft in Wien, das sie 1935 schlossen, um in die Tschechoslowakei zu ziehen. Dort lebte Edith Taubers Großmutter, eine Witwe, am Land. Edith Tauber blieb in Österreich, um ihre Schulausbildung abzuschließen. Im Mai 1938, zwei Monate nach dem „Anschluss“, reiste sie mit einem illegalen Transport ebenfalls in die Tschechoslowakei aus. Ihre Eltern, österreichische Staatsbürger:innen, beantragten die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. Dies wurde jedoch abgelehnt und die Familie aufgefordert, die Tschechoslowakei innerhalb von zwei Wochen zu verlassen. In der Folge reisten sie mit einem illegalen Transport nach Palästina ab. Die Reise begann in Prag, wo sie einen Zug nach Pressburg (heute Bratislava) nahmen und dann an Bord eines Schiffes gingen, das die Donau hinunter nach Constanța, Rumänien, fuhr. Dort bestiegen sie zusammen mit 800 anderen Passagier:innen – hauptsächlich jungen Männern – ein griechisches Frachtschiff, das vor der Küste Netanjas in Palästina einfuhr und von der britischen Polizei angehalten wurde. Der griechische Kapitän beschloss, nach Kea, einer kleinen griechischen Insel, zurückzukehren, wo die Menschen 17 Wochen an Bord blieben. Während dieser Zeit starben einige Passagier:innen, andere litten an Depressionen. Da das Schiff nicht mehr seetüchtig war, ging die Familie an Bord eines anderen Schiffes und versuchte erneut, nach Palästina einzureisen. Diesmal war sie erfolgreich. Nach ihrer Ankunft arbeitete Edith Tauber als Kindermädchen und Dienstmädchen. Später besaß Edith Dafnai ein Geschäft und war Leiterin einer Schmuckfirma. Mithilfe des Roten Kreuzes und Yad Vashem fand sie später heraus, dass ihre Großmutter, ihr Onkel und zwei Tanten in Auschwitz ermordet worden waren.
00:17:12 (1. Teil), 00:17:13 (2. Teil), 00:17:13 (3. Teil), 00:05:22 (4. Teil), 00:00:30 (5. Teil)
Audioaufnahme; Videoaufnahme am LBI Jerusalem aufliegend
Leo Baeck Institute Archives; LBIJER AHC 66