Geburtsdatum: 23. Oktober 1922 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 19. Jänner 2007 Todesort: Wien, Österreich
Gerhard Bronner wurde am 23. Oktober 1922 in eine jüdische Wiener Familie geboren und wuchs mit zwei Geschwistern in Favoriten auf; sein Vater arbeitete als Tapezierer, seine Mutter als Näherin. In seiner Jugend war Gerhard Bronner Mitglied der Roten Falken, seine Brüder Emil und Oskar waren Mitglieder des Schutzbundes. Emil Bronner wurde im Bürgerkrieg 1934 getötet. Oskar Bronner förderte schon früh das musikalische Talent seines kleinen Bruders. Gerhard Bronner besuchte bis 1935 das Gymnasium und begann anschließend eine Lehre als Schaufensterdekorateur. Nach dem „Anschluss“ 1938 verlor er die Stelle, sein Bruder und sein Vater wurden nach Dachau deportiert. Im Mai 1938 flüchtete Gerhard Bronner in die Tschechoslowakei und später nach Palästina, wo er zunächst als Sänger, Komponist und Pianist arbeitete und später zur BBC wechselte. Während eines – ursprünglich nur temporär geplanten – Aufenthalts in Wien 1948 kam Gerhard Bronner zum Sender Rot-Weiß-Rot. In Wien erfuhr er auch, dass seine Eltern nach Minsk deportiert und 1942 in Maly Trostinec ermordet worden waren; sein Bruder Oskar war ebenfalls in einem Konzentrationslager umgekommen. 1952 startete Gerhard Bronner seine Karriere als Kabarettist. Er wurde einer der bekanntesten österreichischen Theater- und Fernsehkabarettisten seiner Generation und arbeitete unter anderem mit Michael Kehlmann, Carl Merz, Helmut Qualtinger, Peter Wehle, Georg Kreisler, Louise Martini, Felix Dvorak, Marianne Mendt, Elfriede Ott und Lore Krainer zusammen. Zudem moderierte er diverse Fernsehsendungen, leitete das Kabarett Fledermaus, wirkte in Radiosendungen mit, war als Übersetzer und Komponist tätig und gründete die österreichische Tageszeitung „Der Standard“. Gerhard Bronner war dreimal verheiratet und wurde Vater von fünf Kindern. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, dem Johann-Nestroy-Ring der Stadt Wien und dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien. Seine Erinnerungen hielt er in Form einer Autobiografie fest („Spiegel vorm Gesicht. Erinnerungen“, 2004). Gerhard Bronner verstarb 2007 in Wien.