Geburtsdatum: 12. November 1920 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 16. Dezember 2020 Todesort: Wien, Österreich
Lotte Brainin wurde am 12. November 1920 als Lotte Sontag in Wien in eine aus Galizien eingewanderte jüdische Familie geboren. Schon früh schloss sie sich den Roten Falken, nach den Februarkämpfen 1934 auch dem Kommunistischen Jugendverband an. Ab 1935 wurde sie wiederholt verhaftet und floh mit ihrer Mutter nach dem „Anschluss“ 1938 nach Brüssel, wo sie nach diversen Tätigkeiten im Widerstand von der deutschen Militärpolizei im Juni 1943 verhaftet wurde. Lotte Sontag wurde nach Isolationshaft und schwerer Folter zuerst in das Sammellager Mechelen und dann weiter nach Auschwitz-Birkenau bzw. Gleiwitz (Gliwice) deportiert, wo sie sich abermals in Widerstandsorganisationen engagierte. Von dort wurde sie nach Ravensbrück bzw. in das Jugend-Konzentrationslager Uckermark verlegt. In den letzten Kriegstagen gelang ihr die Flucht; sie kehrte zuerst nach Brüssel, dann nach Wien zurück. 1948 heiratete sie Hugo Brainin, mit dem sie zwei Töchter hatte. Lotte Brainin engagierte sich zeit ihres Lebens gegen das Vergessen; so sagte sie unter anderem 1947 im Hamburger Ravensbrück-Prozess aus, war Mitbegründerin der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und der Lagergemeinschaft Auschwitz. Zudem war sie im KZ-Verband aktiv und erzählte bis an ihr Lebensende in Schulen über ihre Erfahrungen und Erinnerungen. Lotte Brainin verstarb am 16. Dezember 2020 in Wien.