Geburtsdatum: 23. August 1928 Geburtsort: Czernowitz, Rumänien (heute Ukraine)
Todesdatum: Juli 2020 Todesort: Wien, Österreich
Bruno Bittmann wurde am 23. August 1928 in Czernowitz geboren und wuchs mit einer Schwester in einer jüdischen Familie auf. Als Czernowitz 1941 von den rumänischen Truppen besetzt wurde, musste die Familie ins Ghetto übersiedeln. Dank der polnischen Staatsbürgerschaft der Eltern und Unterstützung der chilenischen Botschaft konnte die Familie schließlich wieder ihre Wohnung beziehen und trotz vieler Einschränkungen den Krieg überleben. Als die Sowjets 1944 die Kontrolle über das Gebiet übernahmen, musste Bruno Bittmann die Schule abbrechen, er arbeitete in der Folge als Elektriker. Nach dem Kriegsende konnte die Familie wieder dank der polnischen Pässe der Eltern ausreisen. Bruno Bittmanns Schwester und ihr Freund wanderten nach Palästina aus, die Eltern und Bruno Bittmann nach Wien, wobei letzterer während der Reise einige Monate in Haft in Bukarest verbrachte. In Wien engagierte sich Bruno Bittmann für die sozialistische zionistische Jugendbewegung Gordonia. 1950 wanderte er nach Israel aus, lebte in einem Kibbuz und heiratete seine erste Frau, Noomi Amir. 1953 kehrte das Paar nach Wien zurück, wo Bruno Bittmann studierte und für die Jewish Agency arbeitete. Ab Ende der 1950er war er für das Unternehmen des deutschen Ingenieurs Konrad Zuse tätig, dessen Export- und Produktforschungsleiter er schließlich wurde. 1960 wurde die Ehe mit Noora Amir, aus der eine Tochter hervorging, geschieden. In Deutschland lernte Bruno Bittmann seine zweite Frau, Gudrun Heinemann, kennen; das Paar bekam eine Tochter. Später hatte er führende Positionen bei Siemens und IBM inne, war als Berater für Lucent Technologies tätig sowie als Verwalter für den Erdölkonzern TNK und eine Firma für Hydrokultur. Zudem war er Gründungsmitglied von ATID, einer politischen Fraktion innerhalb der IKG Wien. Bruno Bittmann verstarb in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli 2020 in Wien.