Geburtsdatum: 19. April 1932 Geburtsort: Baden bei Wien, Österreich
Todesdatum: 2012 Todesort: Wien, Österreich
Heinz Bischitz wurde am 19. April 1932 in Baden geboren und wuchs in Oberwaltersdorf auf, seine Eltern führten gemeinsam ein Geschäft. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde der Besitz der jüdischen Familie „arisiert“. Dank seines Onkels Oszkar Joo, der in Budapest lebte und dort in der japanischen Botschaft arbeitete, konnten Heinz Bischitz, seine Eltern und seine Tante nach Budapest ausreisen. Seine Eltern fanden dort Arbeit, Heinz Bischitz besuchte die Schule, bis sich die politische Situation 1942 für Jüdinnen und Juden zuspitzte. Während des Krieges wurden seine Eltern deportiert, Heinz Bischitz und seine Tante wurden im Budapester Ghetto festgehalten. Aus diesem wurde Heinz Bischitz 1944 von seinem Onkel Oszkar Joo abgeholt und in einem Kloster versteckt. Anschließend gelang es Oszkar Joo, Heinz Bischitz und seinen Vater in einem „Schwedenhaus“, das unter dem Schutz des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg stand, unterzubringen. Nach dem Krieg lebten Heinz Bischitz und sein Vater mit mehreren weiteren Verwandten bei Oszkar Joo und seiner Familie, bis sie über das Rote Kreuz erfuhren, dass die Mutter das Konzentrationslager Dachau überlebt hatte. Die Familie zog wieder nach Wien, wo der Vater ein Textilgeschäft eröffnete und Oszkar Bischitz wieder die Schule besuchte und der Hakoah beitrat; er betrieb die Sportarten Schwimmen und Wasserball. Als 1951 der Koreakrieg ausbrach, fürchteten die Eltern einen Dritten Weltkrieg, zu dem ihr Sohn eingezogen werden würde; daher emigrierte die Familie nach Argentinien, wo keine Wehrpflicht für Zugereiste bestand. Nach der Ankunft in Buenos Aires trat Heinz Bischitz einem hiesigen jüdischen Sportverein bei. Die Eltern eröffneten schließlich eine Strickerei, in der auch Heinz Bischitz mitarbeitete. In Buenos Aires lernte er Ida Lubowicz kennen, die aus Polen migriert war; das Paar heiratete und bekam zwei Kinder. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage kehrte die Familie 1984 wieder nach Europa zurück und ließ sich in Wien nieder, wo Heinz Bischitz als Handelsvertreter arbeitete, später kehrte die Tochter wieder nach Argentinien zurück. Heinz Bischitz wohnte zum Zeitpunkt des Interviews in Wien, wo er 2012 verstarb.