Robert (Mordechai) Bettelheim wurde 1936 in eine säkulare jüdische Wiener Familie geboren und wuchs als Einzelkind auf. Sein Vater war ein Zahnarzt. Nach dem „Anschluss“ 1938 floh die Familie über Belgien nach Shanghai, wo sie von 1941 bis Kriegsende im Ghetto Hongkew (heute Hongkou) lebte. Robert Bettelheim besuchte eine jüdische Schule, die Familie lebte in Armut. Die Situation besserte sich, als 1946 die USA die Kontrolle in dem Gebiet übernahmen. Mit der Machtübernahme der Kommunist:innen 1949 emigrierte die Familie nach Israel. Dort lebte sie zunächst in einem Flüchtlingslager nahe Chadera, später in Safed. Robert Bettelheim besuchte zwei weitere Jahre lang die Schule, bis er mit 15 Jahren in einen Kibbuz zog, wo er schließlich Hebräisch lernte. Als er zum Militär eingezogen wurde, kämpfte er als Fallschirmspringer in zwei Kriegen. Anschließend ließ er sich im Kibbuz Zikim nieder, wo er als Musiklehrer arbeitete. Robert Bettelheim heiratete zweimal, aus seiner ersten Ehe gingen drei Kinder hervor. In seiner Pension begann er, Bücher zu schreiben, zum Zeitpunkt des Interviews lebte er nach wie vor im Kibbuz Zikim.