weitere Nachnamen: Schikora weitere Vornamen: Franz
Geburtsdatum: 11. September 1920 Geburtsort: Brzezinka bei Myslowice, Polen
Todesdatum: 7. März 1920 Todesort: Ebensee, Österreich
Franciszek Sikora wurde am 11. September 1920 in Oberschlesien (heute Polen) geboren. Er arbeitete später als Schneider in Krakau und verweigerte nach dem Einmarsch Hitlers in Polen den Dienst in der deutschen Wehrmacht. Daraufhin wurde er 1941 von der Gestapo verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Als im Jänner 1945 die Rote Armee vorrückte, kam Franciszek Sikora nach Mauthausen und von dort in das Außenlager in Melk, wo er in unterirdischen Stollen noch in den letzten Kriegswochen Zwangsarbeit für Industrie- und Rüstungsbetriebe wie Maculan oder die Eisenkonstruktion AG leisten musste. Von dort wurde er im April 1945 nach Mauthausen/Ebensee überstellt. Nach dem Krieg wurde ihm die Emigration in die USA wegen seiner Invalidität, die er von den Misshandlungen in den Konzentrationslagern davongetragen hatte, verweigert; zurück nach Polen wollte er nicht mehr. Daher blieb er in Ebensee, heiratete 1946 und wurde Vater von drei Kindern. 1954 eröffnete er eine Schneiderei. Er war ab 1948 aktives Mitglied des Vereins der Polen in Oberösterreich und wurde unter anderem mit dem Ritterkreuz für die Verdienste um die Republik Polen ausgezeichnet. Franciszek Sikora verstarb am 7. März 2011 in Ebensee.
Mauthausen und die nationalsozialistische Expansions- und Verfolgungspolitik