Todesdatum: 8. Juli 2005 Todesort: Wien, Österreich
Buby Schieber wurde als Siegfried Buby Schieber am 6. Oktober 1916 in Kimpolung (heute Câmpulung Moldovenesc, Rumänien) in eine jüdische Familie geboren und wuchs gemeinsam mit einer Schwester in der Bukowina auf. 1920 eröffnete sein Vater eine Bodega, in den folgenden Jahren weitere Restaurants. Nach dem Cheder und der Volksschule besuchte Buby Schieber ein Lyzeum, zudem schloss er sich der jüdischen Jugendorganisation Hashomer Hatzair an. Nach dem Schulabschluss begann Buby Schieber zu studieren; wegen des zunehmenden Antisemitismus und der Übergriffe der Legionärsbewegung/Eisernen Garde an den Universitäten brach er sein Studium ab und meldete sich zur Armee. Nachdem er als jüdischer Soldat bereits mehrere Monate Zwangsarbeit geleistet hatte, wurde er 1941 gemeinsam mit den anderen Jüdinnen und Juden in ein Ghetto in Scharhorod (heute Ukraine) deportiert. Dort verstarb der Großteil seiner Familie, unter anderem sein Vater, an Typhus. Dank eines Kindheitsfreundes wurde Buby Schieber ab dem Sommer 1942 nicht mehr als Zwangsarbeiter im Straßenbau eingesetzt, sondern erhielt die Position eines Beraters in einer Zuckerfabrik. Dort konnte er nebenbei mit Melasse handeln und mit dem Gewinn die Kultusgemeinde unterstützen. Nach dem Krieg zog Buby Schieber nach Bukarest, wo er Mariana Sas heiratete, die den Holocaust mit falschen Papieren in Budapest überlebt hatte. Bis 1960 arbeitete Buby Schieber in einer Lebensmittelfabrik, seine Frau betrieb ein Tanzstudio. Über ihren Bruder, der in Wien als Zahnarzt arbeitete, wanderte das Paar schließlich nach Österreich aus. In Wien fand Buby Schieber eine Anstellung in einer Likörerzeugungsfirma, stieg in dieser rasch auf und wechselte schließlich zu einer anderen Likörerzeugungsfirma, deren Leitung er übernahm. Er wurde Mitglied der jüdischen Wohltätigkeitsorganisation B’nai B’rith, für die er auch zum Zeitpunkt des Interviews noch tätig war. Buby Schieber verstarb am 8. Juli 2005 in Wien.