Geburtsdatum: 19. Juni 1920 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 23. Mai 2000 Todesort: Wien, Österreich
Friederike („Friedl“) S. wurde am 19. Juni 1920 geboren und wuchs in einer sechsköpfigen Wiener Arbeiter:innenfamilie auf. Ihre Eltern waren Kommunist:innen; nach den Februarkämpfen 1934 trat auch Friederike S. einer kommunistischen Jugendorganisation bei. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurden die Mitglieder ihrer Gruppe („Junguranier“) aufgefordert, sich in NS-Organisationen einzuschleusen; Friederike S. wurde daher Mitglied im „Bund Deutscher Mädel“. Sie arbeitete als Lehrling in einem Kaufhaus, wo sie im Juli 1939 wegen einer falschen Anschuldigung verhaftet wurde. Friederike S. wurde zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die sie in Aichach absaß. Anschließend wurde sie im April 1942 nicht entlassen, sondern zunächst nach Ravensbrück deportiert, von dort kurze Zeit später nach Krems und später nach Wien überstellt und im Juli 1944 erneut nach Ravensbrück deportiert. Während eines „Evakuierungsmarsches“ gelang ihr gemeinsam mit zwei weiteren Häftlingen die Flucht. Nach dem Ende des Krieges wurde sie von der Roten Armee zunächst in der Krankenbetreuung im Lager eingesetzt, anschließend kehrte sie gemeinsam mit Rosa Jochmann nach Wien zurück. Dort engagierte sie sich für die KPÖ; nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 trat sie aus der Partei aus. Friederike S. war verheiratet, das Paar bekam zwei Kinder. Sie war aktives Mitglied der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück, deren Vorsitz sie nach Rosa Jochmann innehatte. Zudem engagierte sie sich für die Aufklärung der nationalsozialistischen Verbrechen und das Gedenken an deren Opfer; so trat sie unter anderem als Zeitzeugin in Schulen auf und unterstützte diverse Projekte. Friederike S. verstarb am 23. Mai 2000 in Wien.