Marcel Rubin wurde 1924 in Wien in eine jüdische Familie geboren und wuchs als Einzelkind auf. In seiner Jugend wurde er Mitglied der Organisation Betar. Nach dem „Anschluss“ 1938 floh er nach Frankreich und bereitete sich dort im Rahmen der Hachschara auf seine Emigration nach Palästina vor. Nachdem Frankreich von der deutschen Wehrmacht besetzt worden war, lebte er in mehreren Verstecken, wurde Mitglied der Resistance und floh schließlich mithilfe der französischen Widerstandsbewegung nach Palästina. Wenig später wurde er wieder nach Frankreich geschickt; 1949 kehrte er zurück und war ab dann bei der israelischen Armee tätig. 1950 heiratete Marcel Rubin in Israel und wurde Vater von drei Kindern. Seine Mutter war während des Krieges deportiert und ermordet worden, sein Vater kehrte nach dem Ende des Krieges wieder zurück nach Wien. Marcel Rubin kam mit seiner Familie 1958 wieder nach Wien, um seinen erkrankten Vater zu unterstützen; dieser verstarb 1967 ebenda. Wieder zurück in Österreich betrieb Marcel Rubin zunächst ein Lebensmittelgeschäft, später kaufte er eine Trafik, die er bis Ende der 1980er, als er in Pension ging, betrieb. Seine Frau unterstützte ihn über die Jahre bei der Führung des Lebensmittelgeschäfts und später der Trafik. Marcel Rubin lebte zum Zeitpunkt des Interviews in Wien.