Geburtsdatum: 8. Juni 1924 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 14. Mai 2023
Robert Walter Rosner wurde am 8. Juni 1924 in eine Wiener jüdische Familie geboren und wuchs gemeinsam mit zwei älteren Schwestern im 8. Bezirk auf. Sein Vater betrieb eine Wirkerei und Strickerei, seine Mutter unterstützte ihren Mann dabei. Die Wirtschaftskrise Ende der 1920er traf das Geschäft hart; die Eltern mussten den Betrieb schließen, die Familie in den 2. Bezirk umziehen. Robert Rosner und seine Schwester besuchten dennoch beide das Gymnasium, die älteste Schwester studierte Medizin. Robert Rosner musste seine Schule nach dem „Anschluss“ 1938 verlassen; er besuchte Veranstaltungen des Hashomer Hatzair und nahm Boxunterricht. Seine älteste Schwester schloss im Herbst 1938 ihr Studium ab, heiratete und emigrierte mit ihrem Mann nach England. Von dort konnte sie ihre beiden jüngeren Geschwister nachholen; Robert Rosner reiste mit einem Kindertransport 1939 nach England. Schließlich gelang es der Schwester auch, ihre Eltern nachzuholen. Sie selbst wanderte später mit ihrer Familie in die USA aus. Robert Rosner arbeitete in verschiedenen Anstellungen, unter anderem in einer Regenmantelfabrik und in einer Holzbearbeitungsfirma, als Packer und als Dreher; zu Kriegsbeginn wurde er für drei Monate als „feindlicher Ausländer“ interniert. Über die Jahre entwickelte sich die Exiljugendorganisation Young Austria zu einem Bestandteil seines Lebens; dort lernte er auch seine spätere Frau, Elisabeth Jellinek, kennen. In dieser Zeit besuchte er die Abendschule und konnte diese 1942 erfolgreich abschließen. Im September 1946 kehrte das Paar nach Wien zurück. Robert Rosner arbeitete für die Freie österreichische Jugend, der Jugendorganisation der KPÖ, in St. Pölten. Elisabeth Jellinek arbeitete als Krankenschwester. 1947 begann Robert Rosner, Chemie zu studieren; im selben Jahr emigrierten seine Eltern in die USA, seine Schwester später nach Mexiko. Einige Jahre später heirateten Robert Rosner und Elisabeth Jellinek, das Paar bekam drei Söhne. Robert Rosner promovierte 1955 und arbeitete anschließend in der Industrie als Chemiker; die drei Söhne studierten später ebenfalls in Wien. Nach seiner Pensionierung 1990 studierte Robert Rosner Politikwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte. Er publizierte anschließend erfolgreich sowohl zu natur- als auch geisteswissenschaftlichen Themen, insbesondere zur Wissenschaftsgeschichte der Chemie und ihren frühen Vertreterinnen vor dem Zweiten Weltkrieg. Zudem wurde er Ehrenmitglied der Ignaz-Lieben-Gesellschaft. Robert Rosner verstarb am 14. Mai 2023.