Geburtsdatum: 9. August 1918 Geburtsort: Tarnopol, Österreich-Ungarn (heute Ternopil, Ukraine)
Todesdatum: 16. Juli 2008 Todesort: Wien, Österreich
Oskar (Haskel) Rosenstrauch wurde am 9. August 1918 in Tarnopol (heute Ternopil, Ukraine) geboren und wuchs mit zwei Schwestern in Wien auf. Sein Vater arbeitete als Buchhalter, seine Mutter als Schneiderin. Nach der Volksschule besuchte er ein Gymnasium; er war Mitglied der Hakoah, der Kinderfreunde sowie später der Sozialistischen Arbeiterjugend. Nach den Februarkämpfen 1934 trat er dem Kommunistischen Jugendverband bei. Nach seiner Matura besuchte er ein Jahr lang eine Textilfachschule und studierte ein Semester lang an der Universität. Nach dem „Anschluss“ 1938 konnte Oskar Rosenstrauch noch im selben Jahr in die Tschechoslowakei und von dort aus nach England fliehen. Auch seine Mutter und seine Schwestern konnten dank der beruflichen Kontakte der Mutter die NS-Zeit im Exil überleben. Oskar Rosenstrauchs Vater wurde im November 1938 verhaftet und für einige Zeit in Dachau festgehalten. Er versuchte anschließend, mit dem „Kladovo-Transport“ nach Palästina zu fliehen und wurde wie beinahe alle Passagier:innen des Transports in Jugoslawien von Nationalsozialist:innen ermordet. Oskar Rosenstrauch engagierte sich in England in der Exilant:innen-Bewegung Free Austrian Movement, wo er auch seine spätere Frau kennenlernte: Edith Königsberg, eine Wiener Jüdin, die mit einem Kindertransport nach England hatte fliehen können. Das Paar heiratete 1942 und bekam zwei Töchter. Oskar Rosenstrauch arbeitete in einer Rüstungsfabrik. Er kehrte 1946 nach Wien zurück und begann, als Verwalter für eine Metallwarenfabrik in Schwechat zu arbeiten. Dort wurde ihm bald darauf die Leitungsposition der Firma angeboten. Seine Familie folgte ihm wenige Monate später. Beide Töchter schlossen in Wien ihre Schulausbildung ab und besuchten anschließend die Universität. Oskar Rosenstrauch verstarb am 16. Juli 2008 in Wien.