Geburtsdatum: 2. August 1927 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 13. März 2024 Todesort: Wien, Österreich
Kurt (Chaim) Rosenkranz wurde am 2. August 1927 in eine jüdische Familie geboren und wuchs im 20. Wiener Bezirk mit einem Bruder auf. Sein Vater betrieb ein Schuhgeschäft. Nach der Volksschule besuchte er ein Gymnasium; nach dem „Anschluss“ 1938 wurde er im April desselben Jahres von diesem verwiesen und musste eine jüdische Schule besuchen. Die Familie flüchtete nach Riga, wo Kurt Rosenkranz im Chor sang und ein Jahr später, als die Stadt von der Roten Armee besetzt wurde, Mitglied der Pioniergruppe wurde. Mit Kriegsausbruch 1941 galt die Familie wegen ihrer deutschen Pässe in den Augen der Sowjetunion als feindlich, wurde nachts abgeholt und zuerst nach Nowosibirsk, später nach Karaganda deportiert und interniert. Im März 1947 kehrte Kurt Rosenkranz mit seiner Familie nach Wien zurück. Hier begann er zunächst eine Lehre als Automechaniker, brach diese aber wieder ab und schloss eine Schuhmacherlehre ab. Gemeinsam mit seinem Vater arbeitete er anschließend in dessen Schuhfabrik. Sein Bruder wanderte mit seiner inzwischen gegründeten Familie nach Israel aus und arbeitete später bei Yad Vashem. Bei einem Clubabend der Hakoah lernte Kurt Rosenkranz seine spätere Frau, Erika Roth, kennen. Das Paar heiratete 1956; Erika Rosenkranz brachte einen kleinen Sohn mit in die Ehe, drei Jahre später bekam das Paar eine Tochter. Nach einigen Jahren kaufte das Paar eine Trafik und betrieb diese bis zur Pensionierung. 1972 verstarb Kurt Rosenkranz’ Mutter, sieben Jahre später sein Vater. Am 15. September 1989 wurde auf Betreiben von Kurt Rosenkranz das Jüdische Institut für Erwachsenenbildung eröffnet; in diesem Rahmen vermittelte Kurt Rosenkranz fortan vorwiegend nichtjüdischen Menschen das Judentum. Erika Rosenkranz unterstützte ihren Mann bei dieser Arbeit. Zudem engagierte sich Kurt Rosenkranz in seiner Pension in diversen Projekten; so gründete er unter anderem auch eine Jüdische Filmwoche und eine Woche des jiddischen Theaters in Wien. Für sein Engagement wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Titel Professor, dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und dem Goldenen Ehrenzeichen des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs. Kurt Rosenkranz verstarb am 13. März 2024 in Wien.