Geburtsdatum: 10. Februar 1921 Geburtsort: Abaújszántó, Ungarn
Imre (Abraham Jehuda) Rosenberg wurde am 10. Februar 1921 in Abaújszántó in eine jüdische Familie geboren und wuchs mit zwei Schwestern auf. Sein Vater war Präsident der örtlichen jüdischen Gemeinde und betrieb ein Geschäft, seine Mutter kümmerte sich um den Haushalt und die drei Kinder. Nach dem Cheder, der Volks- und der Mittelschule besuchte Imre Rosenberg eine Talmud-Schule. Zudem wurde er Mitglied der Misrachi-Bewegung. Seine Ferien verbrachte er als Kind oft bei seinen Großeltern. Als 1937 sein Vater starb, musste er dessen Platz im Geschäft einnehmen. Die Familie versuchte erfolglos, in die USA zu emigrieren. 1944 wurde Imre Rosenberg in ein Arbeitslager deportiert. Seine Mutter und seine Schwestern sowie der Großteil der jüdischen Bevölkerung des Ortes wurden wenig später in ein Lager bei Košice deportiert und von dort nach Auschwitz. Nach dem Krieg wartete Imre Rosenberg auf seine Familie; seine Mutter, seine zehn Jahre jüngere Schwester, seine Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins waren alle von den Nationalsozialist:innen ermordet worden. Neben ihm hatte nur seine vier Jahre jüngere Schwester überlebt. Die beiden Geschwister gingen schließlich nach Budapest, wo die Schwester heiratete. Imre Rosenberg, seine Schwester und deren Mann zogen 1948 weiter nach Wien. Hier lernte Imre Rosenberg seine spätere Frau Edith Kohn, ebenfalls eine Ungarin, kennen. Das Paar heiratete und bekam zwei Kinder. Imre Rosenbergs Schwester und sein Schwager zogen nach Israel; Imre Rosenberg besuchte sie oft. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte er in Wien.