Lea Ron wurde 1924 als Lea Lazar geboren. Ihr Vater war in Wien geboren worden und arbeitete als Bankier, ihre Mutter stammte ursprünglich aus der Tschechoslowakei und war Hausfrau. Die Familie lebte im 9. Bezirk, und alle ihre Freund:innen waren Juden und Jüdinnen. Die Familie war nicht sehr religiös, aber beging die jüdischen Feiertage. Schon in jungen Jahren wollte Lea Lazar nach Palästina auswandern. Nach dem „Anschluss“ 1938 erhielt die Familie Visa für Belgien, von wo aus sie nach Paris zog. Vor Kriegsausbruch gelang es Lea Lazars älterer Schwester, nach Palästina auszuwandern. Lea Lazar und ihre Eltern tauchten getrennt voneinander unter. Nach dem Krieg erfuhr sie, dass ihr Vater erkrankt und verstorben und ihre Mutter gefangen genommen und in ein Konzentrationslager deportiert worden war, wo sie umkam. Während des Krieges engagierte sich Lea Lazar in der französischen Résistance. Nach dem Krieg stieß sie auf eine Anzeige in einer Zeitung, in der jüdische Überlebende, insbesondere Kinder, aufgefordert wurden, sich zu melden. Lea Lazar antwortete und äußerte ihren Wunsch, nach Palästina auszuwandern, was ihr noch 1945 ermöglicht wurde. Sie ließ sich in einem Kibbuz nieder, wo sie in einem Kindergarten arbeitete und heiratete; das Paar bekam mehrere Kinder.