Ruth Riegler wurde 1924 als Ruth Eller in eine Wiener jüdische Familie geboren. Sie lebte mit ihren Eltern und ihrem Großvater im 20. Bezirk, bis sie nach dem „Anschluss“ 1938 gezwungen wurden, die Wohnung zu verlassen und im 2. Bezirk zu wohnen. Während der Novemberpogrome wurde ihr Vater verhaftet und nach Dachau deportiert. Als er nach Hause zurückkehrte, musste er sich jeden Tag bei der Polizei melden. Die Familie begann, nach einer Möglichkeit zu suchen, zu fliehen. Beinahe hätten sie die Erlaubnis erhalten, nach Shanghai zu reisen, doch stattdessen flüchteten sie illegal mit dem Perl-Transport nach Pressburg (heute Bratislava). Dort lebten sie in einer Fabrik, bis sie ein anderes Schiff bestiegen, das aus Prag kam. Schließlich erreichten sie Haifa. Die britischen Behörden erlaubten den Passagier:innen jedoch nicht, von Bord zu gehen. Die Familie blieb auf dem Schiff – es handelte sich um die SS Patria, die wegen einer falsch berechneten Bombenladung der Haganah unterging. Die Famile überlebte das Unglück und durfte nun an Land gehen. Später erfuhren sie, dass beinahe alle Onkel und Tanten sowie der Großvater deportiert worden waren. Ruth Riegler blieb in Israel, wo sie zweimal heiratete. Sie lebte auch in Südafrika und Simbabwe und arbeitete als Bibliothekarin, bevor sie nach Israel zurückkehrte.