Geburtsdatum: 13. Februar 1917 Geburtsort: Mattersburg, Burgenland
Todesdatum: 2. September 2008 Todesort: Wien, Österreich
Leopold Redlinger wurde am 13. Februar 1917 in Mattersburg, Burgenland, geboren. 1923 zog die Familie nach Berndorf, Niederösterreich, wo sein Vater Mitbesitzer eines Lebensmittelladens war; zudem war er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Auch Leopold Redlinger trat den Roten Falken und den Kinderfreunden bei. 1927 ließen sich seine Eltern scheiden und er wurde zu seinem Großvater nach Mattersburg gebracht. Nach dem Tod seines Großvaters ging Leopold Redlinger nach Wien, um eine Ausbildung zum Bäcker zu machen. Während dieser Zeit begann er, sich für die Gewerkschaft zu engagieren, und trat der Revolutionären Gewerkschaftsopposition und später dem Kommunistischen Jugendverband bei. Nach dem Verbot der KPÖ 1933 wurde er mehrfach verhaftet und schließlich aufgrund seiner tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft in die Slowakei gebracht. Dort trat er aus der Israelitischen Kultusgemeinde aus und war als Hilfsarbeiter in Bratislava und Handlova tätig. Seine Mutter wurde 1942 nach Auschwitz deportiert, wo sie umkam, seine Schwester überlebte das Konzentrationslager Ravensbrück. Seine beiden anderen Schwestern konnten nach England und Frankreich fliehen. Sein Vater wurde nach Litzmannstadt (Łódź) deportiert und verstarb dort. Leopold Redlinger wurde 1942 wegen illegaler politischer Betätigung für die Kommunistische Partei verhaftet und im Leopoldov-Gefängnis inhaftiert. Im Frühjahr 1945 wurden die Häftlinge der SS übergeben und in die Konzentrationslager Mauthausen und Ebensee verschleppt, wo Leopold Redlinger im Mai 1945 befreit wurde. Anschließend begann er beim Globus-Verlag zu arbeiten. In Wien heiratete er Friedericke (Friedl) Altmann, mit der er eine Tochter und einen Adoptivsohn hatte. Das Paar eröffnete ein Café in Wien und trat 1968, nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, aus der KPÖ aus. Leopold Redlinger lebte mit seiner Frau in Wien, bis er am 2. September 2008 ebenda verstarb.
Mauthausen und die nationalsozialistische Expansions- und Verfolgungspolitik