Susanne Philippson wurde 1925 als Susanne Spiegel in eine jüdische Familie geboren, ihr Vater war ein Bankdirektor in Graz. Als ihr Vater nach dem „Anschluss“ 1938 von der Gestapo gesucht wurde, riet die Mutter diesem zur Flucht nach Frankreich. Sie selbst blieb mit ihren Kindern einstweilen in Graz. Am 9. November 1938 wurde die Mutter von der Gestapo verhaftet und nach einigen Stunden wieder freigelassen. Die Mutter verließ das Land mit den Kindern wenige Stunden später. Sie erreichten Italien, zogen von einem Ort zum anderen und blieben schließlich in Venedig, bis sie Visa erhielten und nach Menton in Frankreich aufbrachen, um sich mit Vater und Onkel zu treffen. Obwohl der Vater mit der Familie in Frankreich bleiben wollte, setzte sich die Mutter mit ihrem Plan zur Weiterreise durch und am 13. März 1939 brach die Familie von Marseille nach Haifa auf. In Tel Aviv, wo Susanne Philippson aufwuchs, lernte sie ihren späteren Mann kennen und arbeitete zehn Jahre lang als Näherin. Sie besuchte später immer wieder Graz, auch wenn sie sich dort laut eigener Aussage nicht wohl fühlte. Susanne Philippson beschreibt sich selbst als „Nicht-Österreicherin und Nicht-Israelin, jemand, der in der Mitte schwimmt“ zwischen beiden Nationalitäten.