Geburtsdatum: 22. August 1928 Geburtsort: Baden bei Wien, Österreich
Todesdatum: 6. Jänner 2023 Todesort: Wien, Österreich
Karl Pfeifer wurde am 8. August 1928 in Baden bei Wien in eine jüdische Familie geboren. Sein Bruder emigrierte schon in den 1930ern nach Palästina. Nach dem „Anschluss“ 1938 konnte die Familie fliehen, zuerst in die Schweiz und von dort aus über Italien und Jugoslawien nach Ungarn, wo Karl Pfeifer ein jüdisches Internat besuchte und Mitglied der zionistischen Jugendbewegung Haschomer Hatzair wurde. 1941 verstarb seine Mutter. Bevor die deutsche Wehrmacht Ungarn besetzte, konnte er nach Palästina ausreisen, wo er zuerst im Kibbuz Ma’abarot lebte, später im Kibbuz Sha’ar HaAmakim. Sein Vater, mit dem er in schriftlichem Kontakt stand, verstarb Anfang 1945, wenige Tage nach der Befreiung durch die Rote Armee, in Budapest. Anschließend war Karl Pfeifer ab 1946 in der paramilitärischen Organisation Palmach tätig und nach der Staatsgründung Israels bis 1949 in der israelischen Armee. Schließlich zog er wieder in die Schweiz und kehrte 1951 nach Österreich zurück, wo er als Hotelfachmann arbeitete. Ab 1979 war er als Journalist tätig, unter anderem von 1982 bis 1995 als Redakteur der Zeitschrift „Gemeinde“ der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, als Korrespondent beim israelischen Radio sowie als freier Journalist. Seine Beiträge erschienen unter anderem in der „Illustrierten Neue Welt“, der „Jüdischen Allgemeinen“ und dem Online-Medium „haGalil“. Zudem verfasste er mehrere Monografien (unter anderem „Einmal Palästina und zurück. Ein jüdischer Lebensweg“, 2013) und trat in einer autobiografischen Dokumentation auf („Zwischen allen Stühlen – Die Lebenswege des Journalisten Karl Pfeifer“, 2008). Karl Pfeifer trat gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus auf und wurde unter anderem durch einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem Salzburger Politologen Werner Pfeifenberger bekannt. Zudem war er als Zeitzeuge tätig und arbeitete mit Schüler:innen. Karl Pfeifer wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien und dem Simon-Wiesenthal-Preis. Er verstarb am 6. Jänner 2023 in Wien.