Geburtsdatum: 6. August 1937 Geburtsort: Wien, Österreich
Robert Perels wurde am 6. August 1937 in eine Wiener jüdische Familie geboren. Im Juni 1939 floh seine Mutter mit ihm vor den Nationalsozialist:innen nach Marseille, um per Schiff nach Spanien weiterzureisen. Sie hatten keine Papiere und mussten daher von November 1940 bis April 1941 im Internierungslager Montélimar bleiben. Anschließend wurden sie in das Internierungslager Rivesaltes überstellt. Hier blieben sie bis zu ihrer Flucht im Februar 1942, als Robert Perels’ Mutter mit ihm nach Marseille zurückkehrte. Nach einiger Zeit wurden sie von einem Soldaten entdeckt, in das Sammellager Drancy gebracht und von dort im September 1942 nach Auschwitz deportiert. Als der Zug für einen Moment anhielt, entdeckte ein 14-jähriges Mädchen ein zerbrochenes Fenster und sprang aus dem Waggon. Robert Perels’ Mutter warf ihren fünfjährigen Sohn ebenfalls aus dem Zug. Es war das letzte Mal, dass er sie sah. Robert Perels und das Mädchen lebten zunächst im Wald und stießen nach einiger Zeit auf ein Kloster, wo sie einige Tage blieben; das Mädchen durfte im Kloster bleiben, Robert als Junge nicht. Die Nonnen schickten ihn in eine Pflegefamilie. Er lebte dort sechs Monate lang, bis die Familie beschloss, ihn der OSE (Œuvre de secours aux enfants/Children’s Aid Society) zu übergeben, einem jüdischen Kinderhilfswerk. Er wurde weitere sechs Monate in einem Keller versteckt, bis er im April 1944 an die Schweizer Grenze gebracht wurde und man ihm sagte, er solle geradeaus weitergehen. Die Polizei entdeckte ihn und brachte ihn in ein Flüchtlingslager. Er lebte in einem Kinderheim, bis ihn 1947 seine in Palästina lebende Tante fand. Robert Perels begab sich in Marseille auf ein Schiff nach Haifa und blieb nach seiner Ankunft eine Weile in einem Kinderheim. 1949 nahm ihn seine Tante auf. Er besuchte die Schule, trat später in die Armee ein und studierte. Robert Perels heiratete und hatte zwei Kinder.