Geburtsdatum: 8. November 1914 Geburtsort: Wien, Österreich-Ungarn
Todesdatum: 1. November 2002 Todesort: Wien, Österreich
Louise Eva Papo wurde am 8. November 1914 als Louise Eva Fleischer in eine Wiener jüdische Familie geboren und wuchs im 2. Bezirk auf. Die Familie lebte nicht religiös, Louise Fleischer besuchte eine öffentliche Volksschule und anschließend ein Gymnasium. In den Ferien fuhr die Familie oft nach Kritzendorf. Nachdem Louise Fleischer maturiert hatte, heiratete sie im Herbst 1933 Manfred (Menachem Ben Michael) Papo, einen promovierten Lehrer und Rabbiner. Nach der Hochzeit führte Louise Papo einen koscheren Haushalt und begann, Deutsch, Englisch und Latein an der Universität Wien zu studieren. Nach dem „Anschluss“ 1938 musste sie ihre Studien abbrechen. Ihr Mann wurde während der Novemberpogrome festgenommen und nach Dachau deportiert. Mithilfe ihrer Eltern konnte Louise Papo Ausreisegenehmigungen organisieren und so mit ihrem Mann über Prag, wo ihre Eltern wohnten, nach London fliehen. Ihre Eltern, die Eltern ihres Mannes und dessen Geschwister mit ihren Familien wurden später deportiert und kamen in Konzentrationslagern um. 1944 erhielt Manfred Papo eine Anstellung als Lehrer in Salisbury (heute Harare, Simbabwe), wohin das Paar emigrierte. Dort blieben sie etwa 20 Jahre; Louise Papo arbeitete als Religionslehrerin, das Paar bekam 1945 einen Sohn, Michael (Ben Menachem). Aufgrund gesundheitlicher Probleme von Manfred Papo kehrte das Paar im Frühling 1964 wieder nach Wien zurück, der Sohn wanderte nach London aus. Manfred Papo unterrichtete in der Wasagasse, bis er 1966 überraschend verstarb. Louise Papo unterrichtete ebenfalls und lebte zum Zeitpunkt des Interviews in einem jüdischen Altersheim. Sie verstarb am 1. November 2002 in Wien.