Geburtsdatum: 27. März 1924 Geburtsort: Zahling, Österreich
Todesdatum: 2010
Anton Müller wurde am 27. März 1924 in Zahling, Burgenland, als zweites von fünf Kindern in die Rom:nja-Familie Sarközi geboren. Aufgrund finanzieller Not arbeitete er bereits als Kind bei einem benachbarten Bauern als Knecht, zudem spielte er immer wieder in Musikgruppen mit und besuchte nebenbei die Schule. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde er – wie alle Burgenland-Rom:nja – zur Zwangsarbeit verpflichtet. Ein Jahr später beschloss die Familie zu fliehen; sie fand vorläufig einen Unterschlupf in Leoben. Im Herbst 1940 wurden alle männlichen Familienmitglieder verhaftet und zuerst in das Arbeitslager Zeltweg, später in das Sammellager Fürstenfeld gebracht; aufgrund des „Ariernachweises“ der Mutter konnte eine Deportation der Familie nach Polen aber vorerst verhindert werden. Anton Sarközi absolvierte den RAD (Reichsarbeitsdienst) und die militärische Grundausbildung. Im Dezember 1942 wurde die Familie abermals verhaftet und nach Fürstenfeld gebracht. Im Frühjahr 1943 wurde Anton Sarközi nach Auschwitz-Birkenau deportiert, ein Jahr später wurde er über Ravensbrück nach Mauthausen verlegt, wo er die Befreiung erlebte. Lediglich die Mutter und zwei weitere Geschwister überlebten die NS-Zeit, der Vater sowie die anderen beiden Geschwister waren gemeinsam mit deren bereits gegründeten Familien umgebracht worden. Anton Sarközi kehrte nach der Befreiung nach Zahling zurück, wo er zunächst als Hilfsarbeiter tätig war, bevor er sich als Händler und Restaurateur selbstständig machte. Als seine Kinder in den 1970ern in die Schule kamen, beschloss Anton Sarközi, seinen Namen in Müller zu ändern, um ihnen Benachteiligungen zu ersparen. Anton Müller verstarb 2010.
Emmerich Gärtner-Horvath [Projektleitung], Michael Teichmann [Inhaltliche Verantwortung], Emmerich Gärtner-Horvath, Josef Schmidt, Michael Teichmann, Christine Wassermann [Aufnahmeteam], Christine Wassermann [Kamera], Josef Schmidt [Ton], Tatjana Berlakov