Geburtsdatum: 10. Dezember 1925 Geburtsort: Parndorf, Österreich
Todesdatum: 23. Juli 2011 Todesort: Wien, Österreich
Jonny Moser wurde am 10. Dezember 1925 in Parndorf im Bezirk Neusiedl am See als zweites Kind in eine jüdische Familie geboren. Er wuchs zweisprachig auf (Deutsch und Kroatisch), die Eltern besaßen einen Gemischtwarenladen. Kurz nach dem „Anschluss“ 1938 wurde der Besitz der Familie „arisiert“, die Familie musste nach Wien umziehen, der Vater wurde von der Gestapo verhaftet. Jonny Moser konnte 1939 nach Budapest ausreisen, wo er interniert wurde. 1940 konnte die Mutter mit den beiden Kindern ebenfalls nach Budapest ausreisen; die Familie lebte in diversen Lagern und entging 1944 nur knapp der Deportation nach Auschwitz. Die Familie Moser überlebte dank der Schutzpässe des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg, für den Jonny Moser einige Monate arbeitete. Sie kehrte 1945 nicht mehr in ihre ehemalige Heimat zurück, sondern ließ sich in Wien nieder. Jonny Moser studierte an der Universität Wien Geschichte und promovierte ebendort 1962 zum Thema Antisemitismus in Österreich. Er blieb als Historiker tätig, war aktives Mitglied der Wiener SPÖ und Bezirksrat, zudem Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes. Jonny Moser engagierte sich als Zeitzeuge gegen das Vergessen und war unter anderem Vorstandsmitglied des Bundes Sozialistischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus (heute Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen). 2011 erhielt Jonny Moser das Bundes-Ehrenzeichen der Republik Österreich. Wenige Tage später verstarb er am 23. Juli in Wien.
Michael Teichmann, Emmerich Gärtner-Horvath, Josef Schmidt, Christine Wassermann [Aufnahmeteam], Michael Teichmann, Roman Urbaner, Michael Wogg [Transkription und redaktionelle Bearbeitung], Josef Schmidt [Übersetzung]