Geburtsdatum: 19. Juli 1914 Geburtsort: Wien, Österreich-Ungarn
Todesdatum: 9. Dezember 2011 Todesort: Wien, Österreich
Johann Karl Maršálek, genannt Hans, wurde am 19. Juli 1914 in Wien als Sohn eines tschechischen Paares geboren. Nach dem Schulbesuch erlernte er den Beruf des Schriftsetzers. Als Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend schloss sich Hans Maršálek 1936 der Roten Hilfe an und war im Widerstand gegen das Dollfuß-Schuschnigg-Regime aktiv. Nach seiner Einberufung zur Wehrmacht floh er nach Prag, wo er in einer sozialdemokratischen Organisation für Emigrant:innen tätig war. Nach dem Übertritt zur KPÖ wurde er im Frühjahr 1941 von der Gestapo in Prag verhaftet und im September 1942 nach Mauthausen deportiert. Dort war er nach wenigen Wochen in der Schreibstube des Lagers tätig, ab Mai 1944 war er Lagerschreiber. Hans Maršálek war federführend am politischen Widerstand der Häftlinge in Mauthausen beteiligt, organisierte Sabotageakte und Häftlingsverlegungen und unterstützte nach Möglichkeit andere Häftlinge. Nach der Befreiung arbeitete er von 1945 bis 1963 als Kriminalpolizist mit besonderem Auftrag für das Österreichische Innenministerium; unter anderem half er, Kriegsverbrecher:innen auszuforschen und einem geordneten Verfahren zuzuführen. 1946 heiratete er Anna Vavak, die in Ravensbrück inhaftiert gewesen war. Von 1964 bis zu seiner Pensionierung 1976 war Hans Maršálek Leiter der Gedenkstätte Mauthausen. Er war maßgeblich an der Gründung der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen und des Comité International de Mauthausen beteiligt und war bis zu seinem Tod in führenden Funktionen tätig. Hans Maršálek wurde Oberpolizeirat und Hofrat und wurde mehrfach für sein Engagement ausgezeichnet, unter anderem erhielt er das Ehrenzeichen für Verdienste um die Befreiung Österreichs und das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Er verstarb am 9. Dezember 2011 im Alter von 97 Jahren in Wien.
Mauthausen und die nationalsozialistische Expansions- und Verfolgungspolitik
Bernadette Dewald [Video]; Institut für Konfliktforschung; Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes; Ludwig Boltzmann Institut für historische Sozialwissenschaft
Format
Audioaufnahme, Videoaufnahme
Aufliegend bei
Sammlungen und Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Wien