Geburtsdatum: 7. Jänner 1923 Geburtsort: Zagreb, Kroatien
Vladimir Baum wurde am 7. Jänner 1923 in eine Zagreber jüdische Familie geboren. Er überzeugte seine Eltern 1938, ihn nach Paris auf das Lycee zu schicken; zeitgleich schloss er sich kommunistischen Jugendbewegungen an. Das Pariser Lycee schloss er nach nur einem Jahr erfolgreich ab. Als am 1. September 1939 der Krieg ausbrach, befand sich Vladimir Baum wieder in Kroatien und studierte Chemie. Die Familie war geteilter Meinung, wie man am besten auf die politische Situation reagieren solle: Die Mutter war Mitglied der WIZO (Women‘s International Zionist Organisation), der Vater war führendes Mitglied einer assimilierten Fraktion in der Gemeinde, die beiden Brüder waren antizionistisch eingestellt. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht meldete sich Vladimir Baum freiwillig zur jugoslawischen Armee; im Mai 1941 versuchte er zu fliehen, wurde aber von Italienern verhaftet und zuerst in Padua, dann in Ferramonti di Tarsia interniert. Im Juli 1943 flüchtete Vladimir Baum gemeinsam mit weiteren Gefangenen und schloss sich den Partisan:innen an. Nach dem Krieg arbeitete er im Informationsministerium in Belgrad und heiratete 1946 auch das erste Mal; das Paar bekam zwei Jahre später einen Sohn. In dieser Zeit unterstützte Vladimir Baum den slowenischen Kommunisten Edo Brajnik dabei, Jüdinnen und Juden aus Osteuropa nach Palästina zu schmuggeln. Nach dem Bruch zwischen Josef Stalin und Josip Broz Tito wurde Vladimir Baum aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und 1951 nach Zagreb strafversetzt, seine Frau blieb in Belgrad. In Zagreb war Vladimir Baum als Chefredakteur und Korrespondent von Radio Zagreb tätig; dafür reiste er zuerst durch verschiedene Staaten Westeuropas und arbeitete schließlich in China, Vietnam und Singapur. 1958 heiratete er ein zweites Mal, das Paar ging nach Bangkok. Über eine Beteiligung am Mekong-Projekt kam Vladimir Baum schließlich nach New York, wo er für die UNO arbeitete und seine dritte Frau kennenlernte, eine gebürtige Deutsche, die bei der UNICEF arbeitete. Nach Vladimir Baums Pensionierung 1983 zog das Paar nach Wien, wo er als Korrespondent der Zeitschrift „Petroleum Economist“ arbeitete.