Geburtsdatum: 4. Juli 1919 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 18. April 2015 Todesort: Wien, Österreich
Norbert Lopper wurde am 4. Juli 1919 in Wien geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen mit zwei Schwestern und zwei Brüdern auf. Sein Vater war Kriegsinvalide. Er spielte schon früh in Vereinen Fußball, ab 1935/1936 in der Jugendmannschaft von Hakoah Wien. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 floh Norbert Lopper nach Belgien. In Brüssel spielte er im jüdischen Fußballverein Étoile, später zusätzlich bei Maccabi Bruxelles und verdiente so seinen Lebensunterhalt. Im Mai 1940 flüchtete er vor der näher rückenden Wehrmacht mit seiner jüdischen Freundin Rebecca Cige und deren Eltern nach Toulouse in Frankreich. Da die Familie viel Besitz in Brüssel zurückgelassen hatte, kehrten sie aber wieder zurück. In Brüssel heiratete Norbert Lopper 1941 seine Verlobte. Kurz nach der Hochzeit wurde das Paar im August 1942 nach Auschwitz deportiert, wo Norbert Loppers Frau ermordet wurde. Er selbst wurde im Konzentrationslager schwer gefoltert und im Jänner 1945 auf einen „Todesmarsch“ nach Gleiwitz geschickt, danach in andere Lager in Deutschland und nach einem Fluchtversuch schließlich nach Mauthausen. Nach der Befreiung im Mai 1945 kehrte Norbert Lopper nach Belgien zurück. Die angestrebte Wiederaufnahme seiner Fußballkarriere war ihm nach den erlittenen Folterverletzungen nicht mehr möglich. Im Dezember 1947 kehrte er nach Wien zurück. 1956 wurde er zum Klubsekretär von Austria Wien ernannt und übte diese Funktion bis 1983 aus. Er verstarb am 18. April 2015 in Wien.
Mauthausen und die nationalsozialistische Expansions- und Verfolgungspolitik