Geburtsdatum: 24. August 1920 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 1. Februar 2006 Todesort: Wien, Österreich
Hermann Lein wurde am 24. August 1920 in Wien geboren. Er trat 1934 der katholischen Jugendgruppe Bund Neuland bei. Hier lernte er auch seine spätere Frau kennen, die von den Nationalsozialist:innen als „Halbjüdin“ eingestuft wurde; das Paar heiratete nach Kriegsende 1945. Hermann Lein nahm am 7. Oktober 1938 an der sogenannten „Rosenkranzfeier“ im Stephansdom sowie der anschließenden Demonstration teil. Im Anschluss wurde er von der Gestapo wegen „Volksaufwiegelung“ in „Schutzhaft“ genommen. Im Dezember 1938 wurde er nach Dachau deportiert, im September 1939 nach Mauthausen. Nach 19 Monaten wurde er im April 1940 entlassen. Von 1941 bis 1944 war Hermann Lein als Sanitäter bei der Wehrmacht tätig, unter anderem in Krakau. Nach Kriegsende studierte er Geschichte und Deutsch, promovierte 1949 und arbeitete anschließend als Lehrer. Ab 1963 war er im Bundesministerium für Unterricht in der Kunstsektion beschäftigt. 1971 wurde er Leiter der Literaturabteilung des Ministeriums, 1977 Sektionschef für Kunstangelegenheiten. Seit 1945 war Hermann Lein Mitglied der ÖVP gewesen; im Jahr 2000 trat er aus der ÖVP aus, weil diese eine Koalition mit der FPÖ eingegangen war. Hermann Lein war langjähriger Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau und der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen. Er verstarb am 1. Februar 2006 in Wien.
Mauthausen und die nationalsozialistische Expansions- und Verfolgungspolitik