Geburtsdatum: 4. Oktober 1929 Geburtsort: Wien, Österreich
Peter Landesmann wurde am 4. Oktober 1929 in eine jüdische Familie in Wien geboren und wuchs gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder im 3. Bezirk auf. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde er der Schule verwiesen und musste eine Schule für ausschließlich jüdische Kinder besuchen. Da die Eltern beide in Ungarn geboren worden waren, floh die Familie nach einigen Monaten nach Ungarn, wo die Brüder die Sprache erlernen mussten – in Wien hatten die Eltern ausschließlich Deutsch mit ihnen geredet. Die Mutter engagierte sich bei der Women’s International Zionist Organisation (WIZO) und beim Keren Kayemeth LeIsrael (KKL). Peter Landesmann besuchte das Gymnasium und war Mitglied der Pfadfinder; als ab 1940 die jüdischen Kinder aus den Pfadfindergruppen ausgeschlossen wurden, wurde er Mitglied des Roten Kreuzes; sein Vater wurde mehrfach zur Zwangsarbeit herangezogen. Kurz nach der Besetzung Ungarns durch die deutsche Wehrmacht verstarb die Mutter an Krebs. Die beiden Brüder versteckten sich nach der Machtübernahme der Pfeilkreuzler im Oktober 1944 in verschiedenen Einrichtungen unter falscher Identität, unter anderem bei den Salesianern. Nach der Befreiung setzte Peter Landesmann seine Schulausbildung fort. 1947 kam er nach Wien zurück und studierte an der Universität Wien und der damaligen Hochschule für Bodenkultur (heute Universität für Bodenkultur; BOKU). Bereits ein Jahr später trat er in die väterliche Firma ein. Sein Bruder war mit ihm nach Wien gekommen, dann aber über London nach New York ausgewandert, wo er studierte und promovierte. Als der Vater 1957 verstarb, kehrte der Bruder mit seiner inzwischen gegründeten Familie wieder nach Wien zurück und die beiden Brüder führten den Betrieb gemeinsam. Peter Landesmann heiratete 1959 Ellen Urabin, das Paar bekam in den folgenden Jahren drei Kinder. Peter Landesmann studierte Judaistik und Evangelische Theologie; er promovierte in beiden Fächern und veröffentlichte mehrere Bücher (unter anderem „Die Juden und ihr Glaube. Eine Gemeinschaft im Zeichen der Tora“, 1987; „Die Juden und ihre Widersacher“, 1989; „Die Geburt des Christentums aus dem Judentum“, 2012). Von der Universität Wien erhielt er 2006 als Honorarprofessor für das Fach Judaistik die Lehrbefugnis. Peter und Ellen Landesmann engagierten sich gemeinsam für wissenschaftlichen Austausch und Vernetzung, unter anderem im Zuge der Gründung des Austria Centers und im christlich-jüdischen Dialog.