weitere Nachnamen: Deckname: „Raftl“ weitere Vornamen: „Leo“
Geburtsdatum: 12. Juli 1908 Geburtsort: Graz, Österreich-Ungarn
Todesdatum: 2004 Todesort: Wien, Österreich
Leopold („Leo“) Kuhn wurde am 12. Juli 1908 in Graz geboren. In seiner Jugend trat er den Roten Falken sowie der Sozialistischen Jugend bei. Als er im Zuge der Februarkämpfe 1934 verhaftet wurde, schloss er sich dem Widerstand im Untergrund an, wo er nach dem „Anschluss“ 1938 unter anderem Flugblätter gegen das nationalsozialistische Regime verteilte. Im November 1938 wurde die Gruppe aufgedeckt und Leo Kuhn festgenommen, am 15. Mai 1941 wurde er vom Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Als Häftling des Zuchthauses Stein an der Donau im heutigen Niederösterreich wurde er im Herbst 1943 zur Außenarbeitsstelle nach Moosbierbaum überstellt. Dort war er im Werk der vormaligen Donau-Chemie am Aufbau einer Widerstandsgruppe („Österreichische Freiheitsfront“/ÖFF) beteiligt, der neben politischen Häftlingen auch in- und ausländische Arbeiter:innen sowie Bäuerinnen und Bauern aus der Umgebung angehörten. Die Gruppe wurde von Gestapospitzeln unterwandert, Mitte Jänner 1945 setzte eine Verhaftungswelle ein, Leo Kuhn wurde festgenommen. Er überlebte die anschließende Haft in den Konzentrationslagern Mauthausen und Ebensee indem er eine falsche Identität annahm. Nach dem Krieg heiratete er eine Überlebende des Konzentrationslagers Ravensbrück, Hermine Löwenstein, das Paar bekam einen Sohn. Leo Kuhn war sein Leben lang als Zeitzeuge und Geschichtsvermittler aktiv und erzählte regelmäßig Schulklassen bei Rundgängen in Mauthausen von seinen Erinnerungen und Erfahrungen. Er verstarb 2004 in Wien.
Mauthausen und die nationalsozialistische Expansions- und Verfolgungspolitik