Geburtsdatum: 20. Juni 1923 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 20. Jänner 2009 Todesort: Wien, Österreich
Fritz Kleinmann wurde am 20. Juni 1923 als drittes von vier Kindern von Tini und Gustav Kleinmann in Wien geboren. Der Vater war Tapezierer, die jüdische Familie hatte nicht viel Geld. Am 10. November 1938 wurden Vater und Sohn von Nationalsozialisten, ehemaligen Freunden, verhaftet, verhört und geschlagen. Fritz Kleinmann wurde anschließend freigelassen, sein Vater erst einen Tag später. Im September 1939 wurden Vater und Sohn verhaftet und Anfang Oktober nach Buchenwald deportiert. Fritz Kleinmann konnte dank der Unterstützung von Mitgefangenen überleben. Seine Mutter und seine Schwester Hertha wurden im Juni 1942 nach Minsk deportiert, wo sie verstarben. Als sein Vater „auf Transport“ gehen sollte, meldete sich Fritz Kleinmann freiwillig. Am 18. Oktober 1942 wurden sie nach Auschwitz deportiert und kurz darauf in das Konzentrationslager Monowitz (KZ Auschwitz III) gebracht. Fritz Kleinmann wollte Widerstand leisten und konnte einige Waffen besorgen, die jedoch nie verwendet wurden: Wenige Wochen später wurde das gesamte Lager „evakuiert“. Als der Zug Österreich durchquerte, sprang Fritz Kleinmann über die Brüstung und gelangte nach Wien, wo er verhaftet wurde, da man ihn für einen Deserteur hielt. Er kam als „Arier“ ins Konzentrationslager Mauthausen, wo er Zwangsarbeit beim Flugzeugbau leisten musste. Das Lager wurde am 5. Mai 1945 von der US-Armee befreit. Fritz Kleinmann kam zurück nach Wien, wo er auch seinen Vater wiedertraf – und die Nachbarn, die ihn 1938 verhaftet hatten. Er baute sich eine neue Existenz auf und veröffentlichte 1995 seine Erinnerungen unter dem Titel „Doch der Hund will nicht krepieren … Tagebuchnotizen aus Auschwitz“. Fritz Kleinmann verstarb am 20. Jänner 2009 in Wien.
Mauthausen und die nationalsozialistische Expansions- und Verfolgungspolitik