Martin Katz wurde 1919 in Wischnitz, Rumänien (heute Wyschnyzja, Ukraine), geboren und wuchs mit einer jüngeren Schwester auf. Die jüdische Familie zog 1927 nach Wien. Martin Katz besuchte den Cheder und anschließend das Chajes-Gymnasium, als Jugendlicher engagierte er sich im jüdischen Sportverein Hakoah und wurde Mitglied der Roten Falken. Nach dem „Anschluss“ 1938 musste er sein Musikstudium abbrechen; die Eltern bemühten sich, mithilfe von Verwandten Ausreisevisa zu erhalten. Die Wohnung der Familie wurde „arisiert“, Martin Katz und sein Vater versorgten die Familie durch Schwarzhandel. Im Sommer 1940 wurde der Vater verhaftet und in Gestapo-Haft verprügelt; er verstarb später an inneren Verletzungen. Ein Jahr darauf verstarb Martin Katz' Schwester an einer Herzkrankheit; im Frühling 1943 wurde seine Mutter nach Auschwitz deportiert. Martin Katz überlebte in verschiedenen Verstecken als „U-Boot“ in Wien und sicherte seiner Freundin, deren Mutter und sich selbst mit Schwarzhandel das Überleben, bis er 1943 verhaftet wurde. Dank einer Intervention seiner Freundin und des rumänischen Konsulats wurde er wieder entlassen und erhielt aufgrund seiner rumänischen Staatsbürgerschaft eine Genehmigung, zum Arbeitsdienst über Ungarn nach Rumänien auszureisen. Dort überlebte Martin Katz ein Zwangsarbeitslager, bis er von der Roten Armee befreit wurde. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück; 1948 heiratete er, das Paar bekam zwei Kinder. 1953 zog Martin Katz nach München, wo er als Theaterdirektor und Cafétier bekannt wurde, 1961 heiratete er ein zweites Mal. Ab 1995 lebte Martin Katz wieder in Wien; im November 2000 initiierte er eine Gedenktafel am Gebäude Leopoldsgasse 13 im zweiten Bezirk, das in der NS-Zeit als Sammellager genutzt wurde. Martin Katz veröffentlichte 2011 seine Autobiografie („Meine neun Leben. In Wien von den Nazis gejagt, in München die Prominenz erobert“, journalistisch begleitet von Peter Michael Lingens). Martin Katz verstarb im Juli 2013 in Wien.