weitere Nachnamen: geb. Rosner weitere Vornamen: Chana
Geburtsdatum: 2. Juni 1926 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 15. Dezember 2012 Todesort: Wien, Österreich
Renate Jeschaunig wurde am 2. Juni 1926 als Renate Cecilie (Chana) Rosner in Wien geboren, vier Jahre später kam ihr kleiner Bruder auf die Welt. Die Mutter war vor der Hochzeit als Steuerberaterin tätig gewesen, der Vater hatte an der Universität gearbeitet. Die jüdische Familie wohnte im 6., später im 5. Bezirk und schließlich in der Wipplingerstraße im 1. Bezirk. Der Vater führte eine Arztpraxis, die Mutter unterstützte ihn. Renate Rosner besuchte eine private Volksschule und anschließend das Oberlyzeum Luithlen. Nach dem „Anschluss“ 1938 konnten die Geschwister dank einer Intervention ihres ehemaligen Kindermädchens, das sich bereits in England befand, im Rahmen der Kindertransporte zu Pflegefamilien nach England ausreisen. Mit 17 Jahren meldete sich Renate Rosner freiwillig zur Women’s Land Army. Im August 1945 erfuhr sie, dass ihre Eltern überlebt hatten – sie waren von ehemaligen Patient:innen des Vaters in Klosterneuburg in einem Weinkeller versteckt worden. Im Frühjahr 1947 kam Renate Rosner nach Wien zurück; ihr Bruder blieb in England und wurde Architekt. Der Vater war mittlerweile wieder als erfolgreicher Dermatologe tätig. Renate Rosner schloss die Schule noch einmal in Österreich ab und absolvierte parallel eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Sie heiratete Walter Koling; das Paar bekam zwei Kinder. Im Dezember 1957 heiratete Renate Koling ein zweites Mal; mit Ernst Jeschaunig führte sie eine glückliche Ehe, bis dieser 1998 verstarb. Von 1950 bis 1965 arbeitete Renate Jeschaunig in der Jugend- und Kinderbibliothek des U.S. Information Service Vienna, von 1965 bis 1984 war sie Leiterin der Bibliothek der American International School in Wien. Zudem arbeitete sie als Lehrerin und Kostümbildnerin für Theater- und Musicalaufführungen der Schule. Im Juli 1984 trat sie ihre Pension an; während dieser war sie als Vorsitzende der Seniorenarbeitsgemeinschaft im Bund sozialistischer Akademiker, Intellektueller und Künstler (heute: Bund sozialdemokratischer Akademiker:innen, Intellektueller und Künstler:innen) tätig. Renate Jeschaunig verstarb am 15. Dezember 2012 in Wien.