weitere Nachnamen: geb. Mermelstein weitere Vornamen: „Erszi“
Geburtsdatum: 24. Dezember 1923 Geburtsort: Munkács, Tschechoslowakei (heute Mukatschewo, Ukraine)
Elisabeth Horsky wurde am 24. Dezember 1923 als Elisabeth („Erszi“) Mermelstein in Munkács (heute Ukraine) geboren. Ihre Eltern betrieben einen Gemischtwarenladen. Zu Hause sprach die jüdische Familie Ungarisch, Elisabeth Mermelstein und ihr älterer Bruder besuchten aber eine tschechischsprachige Schule. Zudem wurden sie Mitglieder des Haschomer Hatzair. Nach dem Abschluss 1939 besuchte Elisabeth Mermelstein die ungarische Handelsschule. Diese musste sie abbrechen, als die Situation für Jüdinnen und Juden in dem Gebiet immer gefährlicher und ihr Vater temporär verhaftet wurde. Als die Stadt 1944 von der deutschen Wehrmacht besetzt wurde, musste die Familie ins Ghetto ziehen. Von dort wurde sie nach Auschwitz-Birkenau deportiert und kam dort im Juni 1944 an. Im Dezember desselben Jahres wurde Elisabeth Mermelstein nach Zittau verlegt, wo sie Zwangsarbeit für Junkers Flugzeug- und Motorenwerke leisten musste. Als die Rote Armee sie befreite, reiste sie mit dem Zug nach Budapest und von dort nach Munkács. Der Großteil ihrer Familie hatte den Holocaust nicht überlebt; die Besitztümer der Familie waren von den Nationalsozialist:innen „arisiert“ worden. Elisabeth Mermelstein zog daher zu ihrem Bruder, der überlebt hatte, nach Karlsbad (Karlovy Vary) und arbeitete dort in einem Damenmodegeschäft. In Karlsbad lernte sie ihren späteren Mann Maximilian Grünberger kennen, der ebenfalls den Holocaust überlebt hatte; das Paar heiratete 1947 in Prag. Nachdem die Kommunist:innen die Macht übernommen hatten, floh das Paar aus der Tschechoslowakei nach Belgien. In Brüssel kam 1949 die erste Tochter zur Welt. Vier Jahre später übersiedelte die Familie wieder nach Wien; 1959 wurde die zweite Tochter geboren. In Wien betrieb das Paar ein Textilgeschäft im 1. Bezirk. Zum Zeitpunkt des Interviews lebte Elisabeth Horsky in Wien.