Geburtsdatum: 3. Juli 1928 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: 14. Juni 2020 Todesort: Berlin, Deutschland
Gerhard Oskar Baader wurde am 3. Juli 1928 in Wien geboren, sein Vater war katholischer Sozialdemokrat, seine Mutter Jüdin. Während der NS-Zeit wurde er als „Halbjude“ im Gymnasium schikaniert, musste dieses 1942 verlassen, wurde „für öffentliche Arbeiten“ dienstverpflichtet und musste Zwangsarbeit leisten. So wurde er etwa in einem Lager der Waffen-SS und beim Bau des „Südostwalls“ eingesetzt. Im April 1945 wurde er durch die Rote Armee befreit. 1947 holte er die Matura nach und begann, sich für die Sozialdemokratie und ihre Jugendorganisationen zu engagieren. Ab 1948 studierte er an der Universität Wien Philologie, Germanistik und Geschichte, 1952 promovierte er, 1979 folgte die Habilitation. Gerhard Baader lebte unter anderem in Israel, München und Berlin und engagierte sich gegen das Vergessen und für die aktive Aufarbeitung der NS-Zeit; einer seiner Forschungsschwerpunkte wurde die nationalsozialistische Medizingeschichte, ihre Nachwirkungen und ihre fehlende Aufarbeitung. Gerhard Baader war dreimal verheiratet und Vater zweier Kinder. Er wurde mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und verstarb am 14. Juni 2020 in Berlin.