weitere Nachnamen: geb. Monard weitere Vornamen: „Lilo“
Geburtsdatum: 9. Februar 1911 Geburtsort: Kassel, Deutsches Reich
Todesdatum: 14. Februar 2002 Todesort: Wien, Österreich
Lieselotte „Lilo“ Haiss wurde am 9. Februar 1911 als Lieselotte Monard in Kassel geboren. Nach dem Schulbesuch studierte sie an der Pädagogischen Akademie und wurde anschließend Volksschullehrerin. Während ihrer Studien- und Arbeitszeit engagierte sich Lilo Monard offen gegen den Nationalsozialismus. Im Sommer 1936 wurde sie von der Gestapo verhaftet und im März 1937 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie war in Kassel und Frankfurt am Main inhaftiert und wurde im Mai 1939 über Lichtenburg nach Ravensbrück deportiert. Dort wurde sie zur Arbeit in der Effektenkammer eingeteilt; im Jänner 1940 wurde sie „probeweise“ entlassen und kehrte nach Kassel zurück. Ihren Beruf als Volksschullehrerin durfte Lilo Monard nicht weiter ausüben, daher lernte sie das Schreiben auf der Schreibmaschine und Stenografie und arbeitete anschließend als Büroangestellte. Während eines Urlaubs in Österreich lernte sie einen jungen Wiener kennen, den sie 1943 heiratete. Das Paar bekam im selben Jahr ein Kind – Lilo Haiss lebte bei ihren Schwiegereltern, ihr Partner war in Litauen stationiert und kehrte erst im Sommer 1945 zurück. Nach dem Ende des Krieges war Lilo Haiss wieder als Volksschullehrerin tätig und bekam dank Rosa Jochmann eine Stelle in Döbling, wo sie später Schulleiterin wurde und bis zu ihrer Pensionierung 1971 arbeitete. Lilo Haiss war ab der Gründung 1947 Mitglied der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück. Sie verstarb am 14. Februar 2002 in Wien.