Geburtsdatum: 20. März 1919 Geburtsort: Wien, Österreich
Todesdatum: August 2006 Todesort: Wien, Österreich
Ludwig Grossmann wurde am 20. März 1919 in eine Wiener jüdische Familie geboren. Er wuchs im 2. Bezirk gemeinsam mit einem Bruder und einer Schwester auf; in ihrer Jugend wurden die Geschwister Mitglieder des Haschomer Hatzair, wo sie auf die Alijah vorbereitet wurden. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Lehre als Elektriker und war Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes. Nach dem „Anschluss“ im März 1938 wurden Ludwig Grossmann und sein Bruder verhaftet und in der Karajangasse festgehalten. Von dort wurden sie im Juni nach Dachau und im September nach Buchenwald deportiert. Der Vater wurde im Herbst 1938 ebenfalls nach Buchenwald deportiert. Die Mutter bemühte sich erfolgreich um Entlassung ihres Mannes und ihrer Söhne: Letztere konnten das Lager im April 1939, der Vater im August desselben Jahres verlassen. Der Bruder emigrierte sofort in Richtung England zur Schwester, die bereits als Hausangestellte dort arbeitete; währenddessen wurde Ludwig Grossmann nach Australien geschickt. Er floh im August 1939, kurz vor Kriegsbeginn und wurde acht Monate lang auf der Isle of Man interniert, bis er als Elektriker einen Arbeitsplatz in einer kriegswichtigen Firma erhielt. Die Eltern blieben in Wien; im Februar 1941 wurden sie nach Opole (Polen) deportiert und dort ermordet. In London, im Rahmen der Veranstaltungen von Young Austria, lernte Ludwig Grossmann seine spätere Frau, Fanny Landesmann, kennen; die beiden hatten sich zwar in Wien schon flüchtig kennengelernt, kamen sich aber erst im Exil näher. Das Paar heiratete, im Februar 1942 kam die gemeinsame Tochter zur Welt. Im November 1946 kehrte die Familie wieder nach Wien zurück. Ludwig Grossmann fand als Elektriker schnell eine Arbeit; im Februar 1947 bezog die Familie ihre eigene Wohnung. Ludwig Grossmann wurde Mitglied der Lagergemeinschaft Buchenwald, er und seine Frau waren zudem in der jüdischen Gemeinde aktiv. Ludwig Grossmann verstarb im August 2006.