Geburtsdatum: 18. September 1910 Geburtsort: Lüneburg, Deutsches Reich
Todesdatum: 18. August 2003 Todesort: Wien, Österreich
Karla Glaubauf wurde am 18. September 1910 als Karla Kampf in Lüneburg geboren; sie hatte eine Schwester, die Familie lebte in Hamburg. Nach dem Schulbesuch wurde Karla Kampf überzeugte Kommunistin. Sie heiratete jung, das Ehepaar Torvest zog nach Mannheim. Dort verliebte sich Karla Torvest in einen anderen Mann, Moritz, und ließ sich scheiden. Das Paar floh nach der Machtergreifung der NSDAP in Deutschland nach Wien, da Moritz Jude war. Nach dem „Anschluss“ 1938 versteckten sie sich zuerst in Wien und zogen dann nach Baden, wo sie auch Moritz‘ Bruder Walter versteckten, der aus Brünn (Brno) geflohen war. Anfang 1943 wurden sie denunziert, die beiden Brüder wurden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Karla Torvest wurde im März 1943 wegen „judenfreundlichen Verhaltens“ verhaftet, in der Roßauer Lände, Krems, Linz und Prag inhaftiert und im Mai 1943 nach Ravensbrück deportiert, wo sie zur Arbeit im Büro eingesetzt wurde. Dort lebte sie solidarisch mit ihren Mithäftlingen, unter anderem Rosa Jochmann; so teilten die Frauen etwa ihre Nahrung miteinander. Im Mai 1945 gelang Karla Torvest gemeinsam mit drei Freundinnen während eines „Todesmarsches“ die Flucht. Sie kehrte nach Wien zurück, wo sie bei der „Volksstimme“ und später beim „Abend“ arbeitete, zudem war sie im Zentralen Kulturreferat der KPÖ tätig und arbeitete später bei einer Textilfirma. In Wien lernte sie Fritz Glaubauf kennen; das Paar heiratete 1952 und bekam zwei Kinder. Karla Glaubauf engagierte sich im KZ-Verband Favoriten und in der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück. Sie verstarb am 18. August 2003 in Wien.