Geburtsdatum: 24. Februar 1913 Geburtsort: Wien, Österreich-Ungarn
Todesdatum: 17. Juni 2006 Todesort: Wien, Österreich
Charlotte Gelb wurde am 24. Februar 1913 als Charlotte Stieg in eine fünfköpfige Wiener Familie geboren. Nach dem Schulbesuch absolvierte sie eine kaufmännische Lehre, war als Hilfsarbeiterin tätig und stellte nebenbei Puppen her. Nach dem Tod ihrer Schwester Hermine, deren Partner Alexander Gelb von den Nationalsozialist:innen als Jude eingestuft wurde, erhielt Charlotte Stieg das Sorgerecht für derer beider Sohn, ihren Neffen. Ihren Schwager, Alexander Gelb, versteckte Charlotte Stieg als „U-Boot“ in ihrer Wohnung. Am 22. April 1943 wurde sie nach Denunziation durch die Hausmeisterin wegen politischen Widerstandes verhaftet, in der Roßauer Lände verhört, mehrfach inhaftiert und schließlich im Juli 1943 nach Ravensbrück deportiert. Alexander Gelb wurde ebenfalls in ein Konzentrationslager deportiert. In Ravensbrück musste Charlotte Stieg Zwangsarbeit leisten, konnte jedoch nach einem halben Jahr nach Wien zurückkehren. Dort erhielt sie wieder das Sorgerecht für ihren Neffen. Im Mai 1945 kehrte Alexander Gelb zurück, Charlotte Stieg ging daraufhin eine Vernunftehe mit ihm ein. Sie war als Hausfrau tätig und stellte nebenbei weiter Puppen her. Zudem war sie aktives Mitglied der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen. Gemeinsam mit anderen Überlebenden wurde ihr 2001 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien verliehen. Charlotte Gelb verstarb am 17. Juni 2006 in Wien.