Gusti Fragmann wurde 1917 in Wien geboren und wuchs in einer vierköpfigen jüdischen Familie auf. Die Familie entschied nach dem „Anschluss“ 1938, das Land zu verlassen. Der Vater war Vertreter einer englischen Textilfirma und hoffte, dass er in Palästina eine ähnliche Arbeit würde annehmen können. Er wurde während des Novemberpogroms 1938 festgenommen und nach Dachau deportiert. Seine Familie erhielt zwei Wochen später die Information, wo er festgehalten wurde. Gusti Fragmann erkundigte sich daraufhin im SS-Hauptquartier im Hotel Metropol nach ihrem Vater. Sie wurde zur Unterzeichnung eines Dokuments aufgefordert, in dem sie erklärte, das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Das war ihr nicht möglich, da ihr Vater alle Pässe der Familie mitgenommen hatte. Die Mutter ging daraufhin ebenfalls zum SS-Hauptquartier und konnte die Freilassung ihres Mannes erwirken. Er kam im Jänner 1939 zurück, anschließend meldete sich die Familie zu einer illegalen Reise nach Palästina an. Die Flucht dauerte vier Wochen. Im Mai 1939 erreichten sie das Schwarze Meer und im Juni 1939 Palästina. Nach der Ausrufung des Staates Israel wurde Gusti Fragmann Sozialarbeiterin und blieb in Israel.