Geburtsdatum: 22. Oktober 1920 Geburtsort: Wiener Neustadt, Österreich
Todesdatum: 2. Juni 2013 Todesort: Wiener Neustadt, Österreich
Karl Flanner wurde am 22. Oktober 1920 in Wiener Neustadt geboren. Bereits in seiner frühen Jugend wurde er Mitglied der Roten Falken und der Arbeiter-Turner. Nach den Februarkämpfen wechselte er zu den Jugendorganisationen der KPÖ. Er absolvierte die Ausbildung zum Elektroschweißer und betätigte sich im Widerstand gegen das Dollfuß-Schuschnigg-Regime und nach dem „Anschluss“ gegen die Nationalsozialist:innen. 1939 wurde seine Widerstandsgruppe verraten und Karl Flanner verhaftet, beim Verhör schwer misshandelt und im Oktober 1940 am Oberlandesgericht Wien zu knapp vier Jahren Haft verurteilt. Nachdem er diese in der Justizanstalt Graz-Karlau, in der er Zwangsarbeit leisten musste, verbüßt hatte, wurde er wegen seiner „politischen Gesinnung“ in „Schutzhaft“ genommen und zuerst nach Dachau, später nach Buchenwald überstellt. Dort war er zu Kriegsende an der bewaffneten Übernahme des Lagers durch Häftlinge beteiligt. Nach dem Krieg war er unter anderem als Historiker (Schwerpunkt: Geschichte der Arbeiter:innen) und im Gemeinderat Wiener Neustadt tätig, dem er von 1946 bis 1955 sowie 1960 bis 1971 angehörte. Er war Gründer und langjähriger Leiter des ortsansässigen Industrieviertel-Museums, trat als Zeitzeuge in Schulen auf und gehörte dem Kuratorium des DÖW an. Zudem schrieb er eine Autobiografie („Zeuge der Zeit. Geschichte meines Lebens“, 2008) und stand für eine Dokumentation zur Verfügung („Karl Flanner – Widerstand“, 2009). Karl Flanner erhielt diverse Auszeichnungen, unter anderem den Theodor-Körner-Preis, den Victor-Adler-Staatspreis für Geschichte sozialer Bewegungen und den Kulturpreis der Stadt Wiener Neustadt. Er verstarb am 2. Juni 2013 ebenda.