Geburtsdatum: 13. Dezember 1920 Geburtsort: Budapest, Ungarn
Todesdatum: Arpil 2004 Todesort: Wien, Österreich
Anton Fischer wurde am 13. Dezember 1920 in Budapest geboren und wuchs als Einzelkind einer jüdischen Familie auf, die Eltern betrieben ein Juweliergeschäft. Durch sein Kindermädchen, das Deutsch sprach, wuchs er zweisprachig auf. Er besuchte eine jüdische Volksschule, ging anschließend auf das Barcsai Gymnasium und schloss seine Ausbildung mit dem Besuch der Handelsschule ab; zudem wurde er Mitglied der jüdischen Jugendbewegung HaNoar HaTzioni. Als er 14 Jahre alt war, verstarb sein Vater an einem Operationsfehler. Anton Fischer absolvierte einen Uhrmacher- und Goldschmiedelehrgang und legte die Gesellenprüfung ab; anschließend wollte er Wirtschaft studieren, wurde aber 1940 zum Militär einberufen. Er wurde Mitglied einer Kompanie jüdischer Soldaten; durch Kontakte seiner Mutter konnte er 1942 in die Büroarbeit wechseln. Nach der Machtergreifung der Pfeilkreuzler 1944 gelang es Anton Fischer über Kontakte und gegen hohe Bezahlung, die Flucht nach Palästina zu organisieren. Seine Mutter und er verließen gemeinsam mit zwei weiteren Personen das Land und migrierten über Bukarest und die Türkei via Schiff nach Palästina. Nachdem Anton Fischer und seine Mutter zunächst im Lager Atlit festgehalten worden waren, reisten sie weiter nach Haifa, wo Anton Fischer eine Arbeit als Diamantenschleifer erhielt; seine Mutter fand Arbeit als Hausgehilfin und Köchin. 1946 kehrten die beiden nach Ungarn zurück und eröffneten wieder ein Juweliergeschäft, Anton Fischer arbeitete vor allem als Diamantschleifer; das Geschäft wurde 1949 verstaatlicht. Im Zuge des Aufstandes und der Fluchtbewegung 1956 verließ Anton Fischer auf Drängen seiner Mutter das Land und emigrierte nach Wien. Auch dieses Mal arbeitete er als Diamantschleifer; zudem begann er, mit Diamanten zu handeln. 1959 wurde er Mitglied des österreichischen Diamantklubs, später dessen Vizepräsident. An seinem 70. Geburtstag heiratete Anton Fischer seine langjährige Freundin Olga, die zuvor zum Judentum konvertierte. Anton Fischer verstarb im April 2004 in Wien.