Geburtsdatum: 16. November 1922 Geburtsort: Sátoraljaújhely, Ungarn
Todesdatum: 14. August 2016 Todesort: Wien, Österreich
Jenö Eisenberger wurde 1922 in Sátoraljaújhely, Ungarn, geboren und wuchs in einer elfköpfigen jüdischen Familie auf. Nach dem Besuch und erfolgreichen Abschluss mehrerer jüdischer Schulen arbeitete er in einer Wäschefabrik und als Schneider. 1943 konnte er sich einen gefälschten „Arier“-Ausweis besorgen und lebte unter dem Namen Mihály Félix. Zudem wurde er Mitglied der Pfeilkreuzler, nachdem die deutsche Wehrmacht in Ungarn einmarschiert war; gleichzeitig unterstützte er illegal jüdische Flüchtlinge. Im Oktober 1944 floh er Richtung Osten der Sowjetarmee entgegen, nachdem er gelesen hatte, dass diese bereits nahegelegene Städte eingenommen hatte. Seine Mutter war bereits 1943 verstorben, sein Vater sowie fünf seiner Geschwister wurden mit ihren Familien in verschiedenen Lagern ermordet. Nach dem Krieg gründete er in Budapest eine Textilgroßhandlung und in Zugló einen Knopfbetrieb, die Firmen florierten. Jenö Eisenberger bat einen seiner Brüder, diese einstweilen zu übernehmen, und reiste für zwei Jahre nach Palästina, wo er im Krieg 1948/49 kämpfte. Anschließend reiste er nach Wien, war während der Besatzungszeit als Händler tätig und eröffnete 1955 eine Großhandlung. In den folgenden Jahrzehnten war Jenö Eisenberger Teilhaber und Händler mehrerer Großhandelsketten (unter anderem LÖWA, der Vorläufer von Zielpunkt, und gemeinsam mit Julius Meinl PAM PAM). 1964 heiratete er Vera Schwartz, die Kunstgeschichte studiert hatte. Das Paar bekam eine Tochter und begann später, gemeinsam Kunstwerke zu sammeln – die Sammlung Eisenberger wurde zu einer der bedeutendsten österreichischen Sammlungen. Jenö Eisenberger verstarb am 14. August 2016 in Wien.