Edith Dreyfuss wurde 1930 als Edith Zinner als einziges Kind von Emil und Ottilie Zinner in Wien geboren. Die Familie wohnte im 2. Bezirk. Edith Zinner besuchte die Grundschulen am Sterneckplatz und im Vorgarten. Anschließend besuchte sie das Chajes-Gymnasium, bis dieses nach dem „Anschluss“ von den Nationalsozialist:innen geschlossen wurde. Edith Zinner war im Grundschulalter Mitglied der zionistischen Jugendbewegung Gordonia geworden, in der sie ihre Schulbildung mit Einschränkungen fortsetzen konnte. Der Vater wurde 1938 gekündigt und temporär in ein Zwangsarbeiterlager geschickt; die Eltern versuchten, Visa für die USA zu erhalten, was schlussendlich nicht gelang. Am 13. Dezember 1941 bekam die Familie eine Stunde Zeit zum Packen und musste sich in der Schule in der Sperlgasse im 2. Bezirk melden, wo sie bis zur Deportation am 7. Februar 1941 festgehalten wurde. Am 12. Februar kamen sie im Ghetto von Riga an. Emil Zinner wurde angewiesen, beim Ausladen des Gepäcks aus dem Zug zu helfen. Anschließend wurde er von SS-Wachen erschossen. Edith Zinner und ihre Mutter wurden am 25. August 1941 in das Konzentrationslager Kaiserwald überstellt, wo Edith Zinner als Schweißerin für die AEG (Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft) arbeitete. Ottilie und Edith Zinner wurden am 22. Juni 1944 in Viehwaggons nach Thorn gebracht und später auf einen „Todesmarsch“ nach Bydgoszcz gezwungen, wo sie am 26. Jänner 1945 von sowjetischen Truppen befreit wurden. Anschließend machten sie sich zu Fuß auf den Weg zurück nach Wien und folgten der vorrückenden russischen Front. Edith Zinner besuchte ein Jahr lang die Wirtschaftsschule der Handelsschule Wien, bis Mutter und Tochter Wien am 14. Jänner 1947 Richtung USA verließen.