Hotels und Villen am Wörthersee 1938 - 1945 Autor: Gisela Erlacher, Renate Jernej Verlag: Mandelbaum Verlag Projektcode: P24-5649
Information zum Projekt
EINVERLEIBT – VILLEN AM WÖRTHERSEE IM NATIONALSOZIALISIMUS (Publikation von Gisela Erlacher und Renate Jernej im Mandelbaum Verlag)
The authors investigate the changes of ownership of 20 hotels and villas in the Wörthersee communities of Velden, Pörtschach, Krumpendorf, Sekirn, Reifnitz and Maria Wörth during the National Socialist era.
Im Rahmen des künstlerischen Forschungsprojekts „einverleibt“ untersuchen Gisela Erlacher und Renate Jernej die Besitzerwechsel von 20 Hotels und Villen in den Wörthersee-Gemeinden Velden, Pörtschach, Krumpendorf, Sekirn, Reifnitz und Maria
Wörth in der Zeit des Nationalsozialismus. Ihre gemeinsamen Recherchen und Rekonstruktionen anhand von Rückstellungsansuchen
und Grundbüchern beleuchten verdrängte und somit wenig bewusste Vorkommnisse in der
Geschichte der „Wörtherseearchitektur“ und ihrer oft jüdischen Besitzer*innen. Die
Publikation versammelt die Recherchen von historischen Aufnahmen betroffener Gebäude,
die in aktuelle Landschaftsaufnahmen montiert, und damit wieder verortet sind. Die
Künstlerin Gisela Erlacher erzählt auf Basis der Recherchen von Renate Jernej mit ihren
Fotomontagen Geschichten des unrechtmäßigen NS-Vermögensentzugs: Die
Eigentümer*innen der Villa Leonstein (Villa Kristinenruhe) und des Strandhotel Prüller in
Pörtschach, sowie des Schlosshotel Velden wurden während der NS-Zeit vertrieben oder
verfolgt. Die NS-Propaganda präsentierte solche Enteignungen als soziale Maßnahme, von
der vermeintlich die „arische“ „Volksgemeinschaft“ profitieren sollte, während sich
tatsächlich vor allem die NS-Elite oder die NS-Partei bereicherte. Nach 1945 wurden die
überlebenden Opfer oder ihre Nachkommen nur oberflächlich oder gar nicht entschädigt.
Es kam aber auch auf anderen Wegen zur Aneignung von Vermögenswerten durch den
NS-Staat: im Fall des Parkhotel Pörtschach verkaufte die Gemeinde Teile der Liegenschaft
an die Finanzverwaltung des Deutschen Reichs. Diese richtete dort 1939 eine
Reichsfinanzschule ein. Im Jahr 1953 erwarb die Gemeinde die Liegenschaft wieder
Zurück.
www.mandelbaum.at